*** Auf Pilzsafari ***

Fortsetzung . . .

Auch wenn unser kleines Dorf von herrlichem Wald umgeben ist, Ihr wisst, das Glück liegt immer in der Ferne. Also haben wir das Autochen gesattelt und uns auf den Weg gemacht. Ich kann Euch ja nun leider nicht erzählen wohin – denn sonst fahrt Ihr da alle hin und wir finden da keine Pilze mehr. So!

Schon bald nach dem Abfahren von der Autobahn und einbiegen in den Wald, noch lange bevor wir an unserer eigentlichen Pilzstelle waren, sahen wir am Wegesrand einige wunderschöne Exemplare stehen. Und ruckzuck war der Boden des Korbes bedeckt. Unser Abendbrot war also gesichert.

Pilze

Pilze

‚Weißt du’ sagte der Hausherr ‚wir müssen ja nicht immer denselben Weg nehmen. Wir können ja mal einen kleinen Abstecher machen. Lass uns mal hier rein fahren.’ Sprach’s und bog rechts ab auf einen kleinen asphaltierten Weg. Nicht lange danach standen die nächsten Pilze einfach so am Wegesrand und es entwickelte sich zu einer Stopp-and-go Fahrt. Anhalten – Aussteigen – Pilz abschneiden – Einsteigen – Weiter fahren – Anhalten . . .

Glücklicherweise hatten wir unseren großen Grünen genommen, mit dem kleinen blauen wären wir bei den durch Baumwurzeln gebeutelten Straßenverhältnissen wahrscheinlich arm dran gewesen.

‚Ich bieg’ mal hier links ab’ sprach der Hausherr und tat es.  ‚Möchtest Du auch eine Krause Glucke?’ Natürlich wollte er und bremste erneut, um mich aussteigen zu lassen.  😉

Krause-Glucke

Krause-Glucke

Oh, schau mal dort, ein Baummarder . . . und wir hielten an und bestaunten diesen andächtig, während er ungläubig ob der Besucher hier uns sekundenlang musterte, bevor er mit einigen schnellen Sätzen im tieferen Wald verschwand.

Da es zwischenzeitlich immer später wurde, beschlossen wir, nicht weiter zu unserer Pilzstelle zu fahren, sondern einfach hier auszusteigen und mal durch den Wald zu laufen. Gesagt – getan. Der Hausherr springt aus dem Auto in den Wald und verschwindet schnellen Schrittes darin.

Frau Spätlese geht die Sache etwas bedächtiger an. Denn Frau Spätlese hat ein Problem. Ein kleines nur. Aber ein Tausendfaches. Spinnen! Tausendfach! Der ganze schöne Wald mit seiner herrlichen Natur ist lauter voller Scheixxxspinnen. Übermannsgroße Netze zwischen den Bäumen machen ein gedankenloses nach Pilzen schauen und schlendern nicht möglich. Einen Schritt nicht aufgepasst – und wupp hat Frau Spätlese ein kleibriges Netz im Gesicht und die Spinne auf dem Kopf. Also geht sie vorsichtig. Tastend. Guckt zwei drei Schritte voraus, hält dabei nach Netzen Ausschau, wedelt mit dem Pilzmesser vor sich herum um eventuell übersehene Netze aus dem Weg zu räumen.

Ahhh, da vorne rechts ist ein großes, und so ein Riesenmistvieh sitzt genau auf Augenhöhe. Also einen Schritt nach links – und uarrgs – was sag ich? Genau rein in das nächstliegende Netz. Frau Spätlese quietscht, schüttelt und ekelt sich, wischt mit heftigen, fahrigen Bewegungen Haare, Gesicht und Kleidung ab. Igitt Igitt.

‚Bleib ruhig‘ sagt der Hausherr, ‚die ist doch schon längst runtergefallen.‘

Hmmm, brummt Frau Spätlese und nimmt die nächsten 2 Meter durch den Wald in Angriff. Sie hat keinen Blick für die Pilze dafür sieht sie überall Netze. Netze, wohin man schaut. Da lang geht es nicht. Dort auch nicht. Ach und da sitzt auch wieder so ein widerliches . . .

Eine Weile bleibt der Hausherr ruhig. Nach der dritten Panikattacke meint er: ‚Na, du Naturfreund und Pilzsammler, du kannst ja hinter mir hergehen . . . ‚ Wischt lässig einige eingefangene Spinnweben beiseite und feixt sich eins . . .

Währenddessen prallt Frau Spätlese keinen Sekundenbruchteil zu spät zurück. Gerade noch einmal ausgewichen. Uff.

‚Und im Übrigen . . . ‚ sinniert der Hausherr, bist du zwar optisch gut getarnt mit deinen dunklen Sachen hier im Wald. Aber ich könnte dich niemals verlieren. Ich würde nämlich immer hören, wo du bist. Pass auf, genau vor Dir!‘

Das Ende vom Lied . . . Frau Spätlese geht auf dem Weg und der Hausherr im Wald.

Aber geschmeckt hat’s trotzdem. Und: wir machen das nochmal. Dann nehm‘ ich mir aber mindestens ein Schwert mit – oder so.

Früher, früher hatten wir solche Massen an Spinnen nicht. Ehrlich. Früher war Pilze sammeln noch schön.

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5 Antworten zu “*** Auf Pilzsafari ***

  1. Bei mir sind es diese kleinen ekligen Maden, die manchmal an Fäden von den Bäumen hängen …
    Früher, als Pilze sammeln noch schön war, warst Du vielleicht noch kleiner und bist UNTER den Spinnennetzen durchgelaufen!? 😉

  2. Ah liebe Frau Spätlese, das kenne ich, rauf und runter. ich verliere den Verstand und jed-we-de- contenance, wenn ich das Sp-Wort nur höre …
    Wenn ich also mit dem Gatten durch den Wald marschiere, wedele ich immer vor mir mit einem Stöckchen, um nicht ins Klebrige zu laufen … arrrrrgh

    • Frau Spätlese

      Stöckchen – genau! Viel besser zu schwingen als ein Schwert. Stöckchen – perfekte Idee! 😉