*** Himmel oder Hölle? ***

Der Kronsohn ist im Himmel. Jedenfalls benimmt er sich so. Er wollte sich von seinem Taschengeld etwas kaufen. Das darf er natürlich. Und jetzt stehen wir im Toys.

Regale über Regale mit allem, was ein Kind so zu brauchen haben soll.

Ich hole tief Luft und los geht’s.

Die ersten 20 rosafarbenen Meter ‚Hallo Katze’ sind schnell überstanden und ehe man es sich versieht locken eine gefühlte Million rosa-Mäuse-Artikel.

Ich hebe dem Kronsohn versprochen, daß er soviel Zeit hat und sich nehmen darf, wie er braucht. Er kann sich alles in Ruhe angucken. Ich laufe brav ohne zu Murren hinterher und helfe und erkläre auf Anforderung.

Nun hat der Sohn die rosafarbene Angriffsmeile überwunden. Hinter mir kreischen 2 weibliche Teenager ,ohhh wie niedlich ist das denn . . . ‚ und ich schaffe es gerade noch  nicht die Augen zu verdrehen. Bestimmt war ich früher auch so. Was man alles vergißt, wenn man alt wird.

Kaffee wäre jetzt gut. Gibt’s hier vielleicht irgendwo einen Automaten? Schade, sieht nicht so aus.

Der Kronsohn ist jetzt bei den Fahrmobilen gelandet und checkt den Preis für ein Go-Cart. OOhhh, sooo teuer ist das? Jawohl mein Sohn. Wenn du dir das zusammengespart hast, bist du zu alt dafür. Aber das sage ich ihm nicht.

Harry Potter Artikel sind nicht mehr in und folglich nicht zu finden. Der Kronsohn zieht geknickt an Windeln, Schnullern und Babybetten vorbei. Hier versucht ein Pärchen ein Reisebabybett versuchsweise aufzubauen. Er müht sich ab und Sie kommentiert: „Also wenn das einfach sein soll, dann will ich nicht wissen, wie sich die anderen aufbauen lassen.“

Dann aber zieht ein glückliches Lächeln in das Gesicht meines Sohnes. Die Elektronik-Abteilung. Leider übersteigt auch die E-Gitarre die Leistungsfähigkeit seines Geldbeutels. Kurze Notiz an mich selbst: Taschengeld auf keinen Fall erhöhen!

Leider gibt’s auch hier keinen Kaffee und nicht einmal eine Sitzgelegenheit als der Sohn die aufgebauten Keyboards entdeckt die zum Ausprobieren aufgebaut sind. Jedenfalls habe ich jetzt ausführlich Zeit für einen Schwatz mit einer anderen Mutti, die Mann und Sohn gerade vor der Wii-Konsole geparkt hat und deren Tochter mit meinem Sohn um die Wette keyboardet. Sie erkundigt sich sehr freundlich, wo denn unser Sohn nun zur Schule geht und wie er denn da so klar kommt. Ähem, tja, also . . .

Während des gesamten Schwätzchens überlege ich krampfhaft, woher ich sie kenne. Wo sie doch mich kennt. – Mist! Es ist so ein Mist dieses Altwerden. Peinlich, das!

Zwischendurch regele ich die Lautstärke des bespielten Keyboards nebenbei auf ‚die-Wände-nicht-zum-Einsturz-bring-Modus’ und zeige dem Sohn das Preisschild. Das verdirbt ihm den Spaß an der Musik. Mütter können aber so was von gemein sein.

Dann endlich ist die Kasse in Sicht.

Auf den letzten Metern entscheidet sich der Kronsohn dann doch noch für ein Miniaturhuhn. Damit er nicht ganz ohne geht.

Während wir an der Kasse warten, nörgeln hinter uns 2 Erstklässlermädchen ihre Mutter an, daß sie sich NIE etwas für sich selbst aussuchen dürfen, NIE! Immer nur für andere Geburtstagskinder. – Tja, das Leben kann so hart sein.

Und dann haben wir’s geschafft. Bezahlt und raus.

Raus aus dieser Hölle.

Und jetzt ist es auch noch zu spät für Kaffee.

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4 Antworten zu “*** Himmel oder Hölle? ***

  1. schwesterherz2

    Das Geld des Kindes reichte nur für ein Miniaturhuhn??? Und dann nimmst du ihn mit in den Toys damit er sehen kann was er sich alles nicht leisten kann? Also ich plädiere im Namen deines Kindes für eine Taschengelderhöhung! Und für den nächsten Besuch in einem Spielzeugladen schlage ich die das Wupatki vor das ist viiiiel toller als das Toys.

    • Frau Spätlese

      Gegendarstellung:
      Also, das Taschengeld des Sohnes hätte locker für 20 Miniaturhühner gereicht. So! Und er hat sich mit nur einem begnügt. (Aber ich wusste ja, was er suchte – und dafür hätte sein Taschengeld locker gereicht).
      Und auch wenn es keine Taschengelderhöhung gibt – Wupatki ist ein toller Tipp!
      Und außerdem heißt das ja auch TASCHEN-Geld – weil es in eine Tasche passt und nicht KOFFER-geld. Alles klar?
      😉

      • schwesterherz2

        Na da bin ich ja beruhigt. Was hättest du denn gemacht wenn er mit 20 Hühnern raus spaziert wäre? 😉

      • Frau Spätlese

        Ich hätte ihn gelassen – unter großen Schmerzen sicherlich! Aber ich hätte ihn gelassen. Es ist ja sein verdammtes Taschengeld.

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