*** Friedliche Koexistenz ***

Das ist der Schlüssel zu allem.

Was heißen soll: mit ein bisschen gutem Willen kriegt man auch Stockenten und Hühner in einen gemeinsamen Stall.

Aber der Reihe nach:

Am ersten Abend gab es als erstes eine kollektive ‚Das-könnt-Ihr-komplett-vergessen-Absage‘ (sowohl Stockenten als auch Hühner) und wir mussten die Enten einfangen, um sie in den Stall zu bekommen. Dieses steigerte sich dann derart zu einem Drama, dass Frau Spätlese sich als lebendes Schutzschild zwischen Stockenten und Hühner setzen musste, während der Hausherr in Windeseile eine Schutzabtrennung in die Villa Huhn installieren musste.

So konnten alle diese Nacht überleben.

Am folgenden Tag gab es 2 getrennte Ausläufe. Einen (großen) für die Stockenten – weil die waren ja schon immer da und kenne sich folglich aus, und einen (kleinen) für die Hühner – weil auch Hühner erst lernen müssen, den Eingang zum Stall zur Villa wiederzufinden.

Die Hühner fanden also prompt den Eingang zur Villa und wie Hühner so sind auch recht früh. Auch für diese Nacht mussten wir die Enten zwar nicht fangen, aber mit List in den Stall treiben. Die undurchsichtige Abtrennung der letzten Nacht war durch eine durchsichtige ersetzt worden, so dass unsere Kontrahenten sich in dieser Nacht nicht nur hören, sondern auch sehen konnten.

Auch diese Nacht haben alle überlebt.

Am nun folgenden Tag gingen wir auf’s Ganze und öffneten mittags das kleine Gatter der Hühner, so dass sie nun auch den großen Bereich der Enten erkunden konnten. Um hand schnabelgreifliche Übergriffe auszuschließen, zeigten wir deutliche Präsenz und stellten uns ein-, zweimal vor die Enten. So quasi ganz zufällig und beiläufig. Dieser Tag sah dann schon mal so aus:

Huehner-2

Sie fraßen zwar nicht aus einem Napf, aber sie wollten sich wenigstens schon nicht mehr verhauen. Und der Hahn musste nach kurzem Sprung feststellen, dass die Anatomie der Ente nicht in sein Beuteschema passt. Aber er hatte ihr mal gezeigt, wer Chef auf dem Hof ist!

Und natürlich reckte der Hahn Willi immer sehr aufmerksam den Kopf, um alles (und hier besonders die Enten) im Blick zu haben. Hier ist der Schöne:

Huehner-3

Huehner-3

 

Nächste Nacht und nächster Tag selbes Schema. Abtrennung in der Villa Huhn getreu dem Motto: ihr könnt euch sehen aber nix tun. Auslauf am Samstag von Anfang an gemeinsam. Mit reduzierter menschlicher Anwesenheit.

Am Abend, als der Hausherr dann wieder die Abtrennung in der Villa installieren wollte, bot sich ihm überraschend ein Bild des Friedens. Die Hühner schliefen von der ungewohnten Weite des Hühnerhofes erschöpft dicht aufgereiht auf der Stange, während die Enten in aller Seelenruhe den gesamten Bodenbereich für sich hatten und frühlich vor sich hinschnatterten.

Wir verzichteten auf eine Abtrennung.

Und schliefen unruhig.

Aber auch diese Nacht haben alle ohne Blessuren überlebt.

Und so glauben wir, haben wir es geschafft. Heute selbes Bild. Hühner vor auf die Stange und wenn die Luft rein ist (d.h. alle Hühner schlafen) gehen auch die Enten von allein in die Villa.

Huehner-4

Huehner-4

 

Welch ein Glück.

In diesem Sinne, Euch allen eine ruhige, friedliche und gute Nacht!

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2 Antworten zu “*** Friedliche Koexistenz ***

  1. Wie bei Den Gebruedern Grimm. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. The End.
    Freut mich fuer Euch.

    • @ Kirsten: dann drücken wir mal die Daumen, dass die Gebrüder Grimm recht behalten. Ich werde jedenfalls weiter berichten. 🙂
      Frau Spätlese