*** Mein Rezept, Dein Rezept ***

Über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten. Eines unserer Lieblingsthemen ist seit Jahren der Möhrensalat.

Ja, genau der. Der schlichte, einfache, dakannmannixdranfalschmachen Möhrensalat.

3 – 4 große Möhren reiben, 1 Apfel ebenfalls gerieben dazu. Zum Abschmecken Zitronensaft und Zucker. 1 Spritzer Öl zum Aufschließen der Vitamine und auffüllen mit Apfelsaft.

Fertig!

Und gut!

Sagt Frau Spätlese. Wenn da an dieser Stelle nicht der unterschiedliche Geschmack ins Spiel käme. Seit Jahren (fast 17 um genau zu sein) diskutieren wir über die Zugehörigkeit von weiteren Zutaten in diesen Salat. Gegen die ergänzende Verwendung von Sellerie konnte ich bis jetzt erfolgreich vorgehen. Sellerie im Möhrensalat ist Frevel pur. Schon beim Gedanken daran schüttelt es mich.

Worauf der Hausherr aber auf keinen Fall verzichten möchte, in SEINEM (!) Möhrensalat – sind Rosinen. Nun hab‘ ich prinzipiell nichts gegen Rosinen. Die schmecken schon da, wo sie hingehören. Im Kuchen zum Beispiel. Aber im Möhrensalat? Wo sie über die Maßen aufquellen und an tote Fliegen erinnern?

Seit fast 17 Jahren versuchen wir nun schon diese kleine geschmackliche Diskrepanz zu lösen. Ich auf meine Art – in dem ich regelmäßig vergesse, die Rosinen in den Salat zu tun. Oder erst beim Tisch decken, nämlich sofort in das Schälchen des Hausherren. Welcher sich dann wieder beschwert, dass diese nicht ordentlich durchgezogen wären . . .

Wir haben auch schon versucht in der Schüssel die Rosinen nur in der einen Hälfte zu verrühren und die andere pur zu lassen. Spätestens nach dem ersten Umrühren vorm Servieren hat sich aber dieser Ansatz auch erledigt . . . Die Verwendung von 2 unterschiedlichen Schüsseln führt erstens zu einer Kühlschrankblockierung und zweitens dazu, dass ich ‚meinen‘ Salat in Windeseile aufgegessen habe und beim Aufessen des rosinenverseuchten Unglücksfalls auch beteiligt bin. Ich komme also an diesen Rosinen im Guten nicht vorbei.

Jetzt gab es wieder Möhrensalat.

Und wieder habe ich ‚vergessen‘, die Rosinen dazu zu tun.

Das Teil stand aber keine 2 Stunden im Kühlschrank da erblickte ich in der Schüssel schon wieder die wohlvertrauten schwarzen Punkte.

Hmmpf.

Beim Abendessen gestern abend, dann folgender Dialog:

Frau Spätlese: (hält ungläubig einen unbekannten graubraunen Klumpen auf ihrem Teelöffel in Richtung Hausherr) „Was ist das denn? – Und das hier? – WAS ist DAS?“

Hausherr:   „Naja, da hast dich doch immer beschwert, dass Du keine Rosinen im Möhrensalat magst. Also habe ich diesmal auch keine Rosinen dazu getan. Sondern Datteln und Sauerkirschen!“

Frau Spätlese: „. . .“

Hausherr: “ Hab ich doch gut gemacht, oder?“

Frau Spätlese “ . . . “ (Geht bitterlich in ihr Kissen weinen.)

Und wie esst Ihr Euren Möhrensalat so?

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2 Antworten zu “*** Mein Rezept, Dein Rezept ***

  1. Natürlich mit Rosinen und Orangensaft statt Zitronensaft, kleinen Orangenstückchen dazu, den Zucker lassen wir weg. Bitte nicht hauen, Frau Spätlese… auch nicht ihren Mann, wenn der grinst …

    • @ Meerfrau: Also, mit Orangenstücken könnte ich mir das schon vorstellen . . . auf Zucker verzichten – auch ok, wenn man keinen Zitronensaft nimmt. Aber ROSINEN? Nein, noch nicht überzeugt. 😉
      Frau Spätlese