*** BFO ***

. . . heißt ‚Berufs-Früh-Orientierung‘ und wird praktiziert an der Schule, welche der Kronsohn mit seiner regelmässigen Anwesenheit beehrt.

. . . und bedeutet schlicht und einfach, dass engagierte Eltern vor die Klassen treten und von ihren Berufen zu erzählen. Einfach damit die lieben Kleinen mal hören, was es alles so gibt. Als Perspektive, sozusagen.

Nun, ich bin Elternteil. Und ich bin engagiert.

Folglich habe ich in einem Anfall von jugendlichem Überschwang (geht auch mit Ü40) beschlossen, ich mach das auch. Ich präsentiere meinen Beruf. Jepp.

Und dann stand ich heute vor der Klasse. 19 erwartungsvolle halbstarke Augenpaare starren mich an.

Ähem . . .

Soll ich jetzt tatsächlich erzählen, dass ich mit Begeisterung Erbsenzähler bin? Dass ich es liebe, Ordnung in die Unterlagen fremder Leute zu bringen? Und dass auch noch mit der Folge, dass davon unser Vater Staat nicht nur neue Straßen, Bildungseinrichtungen bauen und teure Flugzeuge kaufen kann, sondern sich unsere Politiker sich auch noch ganz angenehme Diäten gönnen können?

Ähem . . .

Ich hab’s getan. Und 45 Minuten später wussten die Kinder von Umsatzsteuer, Biersteuer, Vergnügungssteuer, Hundesteuer und und und. Sie wussten von den Voraussetzungen, die man für diesen Beruf mitbringen muss (Spaß an Mathe und Deutsch!). Sie hatten die Gelegenheit Fragen zu stellen und nutzten diese auch. Was antwortet man z. B. auf die Frage, ob es nicht einfacher wäre, auf Steuern ganz zu verzichten und statt dessen dass vom Staat benötigte Geld einfach neu zu drucken? Pfft?

Jedenfalls war das alles gar nicht so schlimm – die pubertierenden Rotznasen lieben Kleinen haben mich am Leben gelassen. Und ich habe sie, glaube ich, nicht zu sehr gelangweilt.

Und wenn irgendeiner von denen mal Steuerfachangestellte (r) wird, dann geht das auf MEIN Konto.

Jawollja!

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