*** Tartanbahnphilosophien ***

Tartanbahn laufen ist ein einsames Geschäft. Man ist bemüht, immer zwischen den zwei begrenzenden Linien zu bleiben und während man so stumpfsinnig einen Fuß vor den anderen auf das immergleiche Rot setzt, hat der Kopf keine Ablenkung. Keine Spaziergänger, die einem vor die Füße kommen. Keine Radfahrer, denen man fluchtartig ausweichen muss. Keine Hunde, die mitspielen wollen. Keine Steine und / oder Wurzeln, die beim Drüberstolpern das Knie fluchen lassen.

Immer nur linker Fuß – rechter Fuß – linker Fuß – rechter Fuß – linker Fuß – . . .

Und während Frau so vor sich hinschnauft, und nebenher versucht, bis auf die 15. Stelle hinterm Komma auszurechnen, wieviel länger nun eigentlich ihre Bahn 3 ist im Gegensatz zur Innenbahn auf welcher der Hausherr läuft, hört sie neben sich leichtfüssige Schritte und schon überholt sie der Hausherr. Schon wieder!

Wie macht der Mann das? Und noch überhaupt gar nicht k.o.

Linker Fuß – rechter Fuß – linker Fuß – . . .

Ganz nebenher kann man ausrechnen, dass man für das Pensum wie sonst 4 x um den See hier entsprechend 13 Runden braucht.

13 Runden.

Macht sich gut, dass Rechnen hier. Gibt ja sonst keine Ablenkung.

13 Runden.

Und ich hab erst zwei. Schnauf. Linker Fuß – rechter Fuß – linker Fuß – . . .

Booaaahh ist das langweilig. Und schon wieder überholt er mich. Mensch, hat den irgend jemand aufgezogen? Manchmal möcht‘ ich das glauben. Oder ist die Innenbahn tatsächlich so viel kürzer als meine. Dann ist das ja keine Kunst. Vielleicht sollte ich die Bahn wechseln. Dann bin ich bestimmt auch viel schneller fertig.

Linker Fuß – rechter Fuß – linker Fuß – . . . Bestimmt fühle ich mich hinterher wieder total gut.

Aber die nasskalte Jahreszeit ist eben Tartanbahnzeit.

So, und wieviel länger ist nun die Bahn 3 im Gegensatz zur Innenbahn? Ich bin nicht dazu gekommen, das zu Ende zu rechnen. Bin ja permanent abgelenkt worden. Vom überholenden Hausherren.

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