*** 12 von 12 im Oktober ***

06:00 Der Wecker klingelt. Immer dieses frühe Aufstehen. Das schafft mich. Nicht, dass Ihr mich missversteht. Ich hab kein Problem mit früh aufstehen. Mach ich gern, grundsätzlich. Nur nicht um 06:00. Ich würde zum Beispiel viel lieber um 08:00 Uhr früh aufstehen. Aber mich fragt ja keiner.

So grummele ich mich durch den Morgen, werfe das Kind rechtzeitig vor Schulbeginn aus dem Haus. Kurz vor meinem Büroalltag freue ich mich noch mal schnell über meinen ‚Patienten vom letzten Jahr’. Erinnert Ihr Euch?

 

Okt-12-1-Patient

Okt-12-1-Patient

 

Und dann ereilt mich das Schicksal.

Das Telefon klingelt. Unsere Integrationshelferin muss mit ihrem Söhnchen zum Arzt. Ich wünsche gute Besserung und weiß, heute wird wieder einer meiner Lieblingstage.

Also, rauf auf’s Fahrrad, zur Schule und Bildschirmlesegerät transportieren. Von ganz rechts unten nach ganz links oben.

 

Okt-12-2-Fahrrad

Okt-12-2-Fahrrad

 

Wieder zu Haus sagt mir der Blick zur Uhr: Ein halbes Stündchen Zeit habe ich für’s Büro. Bevor ich wieder zur Schule radeln darf. Grmpf. Also nehme ich Euch einfach mit in mein Büro. Dort ist es nämlich schön bunt und gar nicht langweilig.

 

Okt-12-3-Ordner

Okt-12-3-Ordner

 

Aber nein, es sehen nicht alle Ordner so aus. Nur ein paar besondere. Und die weißen Ordner unten rechts warten noch auf die passende Serviette. Also – wenn Ihr mal eine Idee habt?

So, nun aber wieder rauf auf’s Rad. Und ab zur Schule. Bildschirmlesegerät von ganz links oben nach ganz rechts mitte.

Als ich wieder im Büro bin, ruht sich mein Bildschirm ganz selbstverständlich aus. Und ich brauch erst einmal einen Kaffee.

 

Okt-12-4-Bildschirmschoner

Okt-12-4-Bildschirmschoner

 

11:00 Uhr. Bevor ich es ganz vergesse – es ist heute so grau und trüb da draußen, da darf geheizt werden. Also schnell schon mal das Holz vor die Tür stellen.

 

Okt-12-5-Holz

Okt-12-5-Holz

 

Keine halbe Stunde später haben sich Dunst und Wolken verzogen und ein strahlend blauer Himmel lacht mit der Sonne um die Wette. So viel zum Thema heizen. Na dann eben morgen wieder. Zwischenzeitlich kommt der Hausherr und übernimmt den restlichen Schul- und Bildschirmlesegerätdienst. Das finde ich toll. Schließlich müssen wir uns heute mit der Biologielehrerin auseinandersetzen. Die letzte Leistungskontrolle wurde für alle Kinder diktiert. (Alle Kinder heißt: auch für unseren Sohn!) Und auch schon die erste Aufgabe lautete: ZEICHNE (!) und beschrifte eine Kirschblüte. Der Kronsohn ist jetzt das zweite Jahr bei dieser Lehrerin in Biologie. Da fragt man sich nur noch: Macht die das mit Absicht? Jedenfalls freue ich mich, dass der Hausherr die Klärung übernimmt. Der kann das besser.

Das gibt mir die benötigte Zeit zum Mittag kochen. (Merkt Ihr, dass ich noch gar nicht wirklich im Büro war?) Lasst uns mal schauen, was wir so vorrätig haben . . .

 

Okt-12-6-Gemuese

Okt-12-6-Gemuese

 

Ah, das sieht aus wie bunte Zucchinipfanne. Also gut. Los geht’s. Putzen. Schnippeln. Anbraten. Dünsten. Nach 1 Stunde und der Zugabe von Frischkäse sieht das ganze aus wie Moppelkotze. Aber es schmeckt lecker. Ich hätte es fotografieren sollen, bevor ich den Frischkäse dazugegeben habe. Was Ihr jetzt wohl von mir denken mögt.

 

Okt-12-7-Zucchinipfanne

Okt-12-7-Zucchinipfanne

 

14:00 Uhr Das Essen ist auf dem Tisch. Das Kind kommt zur Tür herein. Wir haben nicht viel Zeit. In einer halben Stunde müssen wir schon beim Kieferorthopäden sein. Abdrücke nehmen lassen. Der Kronsohn wird Spangenträger werden.

15:30 Uhr sind wir wieder da. In der Küche sieht es immer noch aus wie nach einer heldenhaften Schlacht. Das ist schon komisch. Immer wenn der Hausherr nach dem Mittag ganz dringend zu einem Termin muss, ist die Küche aufgeräumt, wenn er wieder kommt. Das krieg ich irgendwie immer hin. Aber wenn ich mal einen Termin habe, ganz dringend nach dem Mittag. Da bleibt alles wie es ist. Komisch – oder? Aber egal, wasche ich eben noch schnell ab. Das Abtrocknen schenke ich mir. Vielleicht findet sich ja ein dienstbarer Geist? Man soll die Hoffnung nie aufgeben. Nun aber, auf die Hausaufgaben fertig los. Während der Kronsohn die Entwicklung der Kirschblüte bis zur Frucht beschreibt, mache ich aus seinen mitgebrachten Tafelbildern ausdruckbare Bilder. Das heißt: erst so:

 

Okt-12-8-Tafelbild

Okt-12-8-Tafelbild

 

Nach Zuschneiden, Zurechtzerren, Farbumkehren und Beleuchtung Bearbeiten sieht das ganze so aus, kann ausgedruckt werden um in seinem Hefter auf nimmer wieder sehen zu verschwinden für das Lernen und Wiederholen zur Verfügung zu stehen.

 

Okt-12-9-Tafelbild-neu

Okt-12-9-Tafelbild-neu

 

17:15 Uhr Nach den Hausaufgaben darf das Kind in den Garten und ich nutze die Stunde um noch einmal im Büro zu verschwinden. Diesmal nehme ich Euch nicht mit. Ich will nämlich was schaffen.

18:30 Uhr Zeit, das Abendbrot vorzubereiten. Ich komme in die Küche und was schaut mich an? Der Riesenberg abgewaschenes Zeug. Bleibt mir also doch nicht erspart.

 

Okt-12-10-Abwasch

Okt-12-10-Abwasch

 

Der Hausherr und der Kronsohn haben aus dem Garten einen Blumengruß mitgebracht, der nun unseren Abendbrotstisch verschönert.

 

Okt-12-11-Blumen

Okt-12-11-Blumen

 

20:15 Uhr Der Hausherr kuschelt den Kronsohn in’s Bett und ich baue schnell das Bügeleisen auf. Denn wenn ich mich darauf verlasse, dass das jemand abarbeitet . . .

 

Okt-12-12-Buegeln

Okt-12-12-Buegeln

 

22:00 Uhr Fertig mit Bügeln und fertig mit dem Tag. Wo war noch gleich das kuschelige Bettchen? Ach was, das finde ich auch mit geschlossenen Augen. Ach ja, wie freu ich mich schon wieder auf morgen, wenn der Wecker endlich klingelt . . .

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