Monatsarchiv: Oktober 2010

*** Kein Zutritt ***

kein-zutritt

kein-zutritt

Ach so.

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*** 15 blaue Bälle ***

Eltern können ja so gemein sein. So richtig. Mit Anlauf!

Da kämpft man in Mathematik gerade mit der Geometrie, verschiebt, spiegelt und dreht unter größten Mühen und nach bestem Wissen und Gewissen Dreiecke. Und dann das.

Da fragen die allen Ernstes nach dem Quadrat  von 14! Echt jetzt.

Und damit noch nicht genug, als ob die Langeweile haben, jetzt soll man noch die Aufgabe 15 * 8 + 5 * 8 rechnen. Woher soll man denn das noch wissen? He, das war in der 5. Klasse dran. Man ist jetzt schließlich schon in der 6. Klasse.

Eltern!

Jedenfalls lassen der Hausherr und Frau Spätlese das nicht auf sich beruhen. Da kennen die nix. Geduldig pulen sie dem Kronsohn wieder und immer wieder diese Aufgabe auseinander. Aber das Licht will einfach nicht aufgehen.

Da hat Frau Spätlese eine Idee. Der Kronsohn möchte doch bitte für die Zahl, die zweimal vorkommt die Wörter ‚blaue Bälle‘ einsetzen. Der Kronsohn guckt irritiert, aber probiert es.

15 ‚blaue Bälle‘ + 5 ‚blaue Bälle‘.

Der Hausherr und Frau Spätlese beobachten voller Spannung was jetzt passiert.

Der Kronsohn guckt . Und guckt erstaunt. Und sagt 20 ‚blaue Bälle‘.

Und sagt: 160!

Und es ward Licht.

Und wir werden nicht aufhören gemein zu sein. Wenn’s nötig ist, eben auch mit Anlauf.

*

Jetzt aber: Rotweinfreitag. Erst unter die Dusche und dann eine Sauerkirsche 2009.

Schönes Wochenende!

*** 5 Regeln beim Äpfelpflücken ***

* Frau ist immer zu kurz – ohne Leiter geht gar nichts. Unten hängen KEINE Äpfel!

* Auch hoch auf der Leiter hängen die schönsten Äpfel immer weiter als eine Armeslänge entfernt.

* Wenn man sich dann endlich selbst wagemutig auf die 2. Sprosse vorgewagt hat, kann man den Hausherren sehen, welcher bereits die letzte Sprosse seiner Leiter verlassen hat und nun im Baum herumkraxelt.

* Davon wird einem so schwindlig, dass man sofort wieder von der Leiter heruntersteigen muss um festen Boden unter den Füßen zu haben. Dort sind keine Äpfel!

* Wenn man dann irgendwann tatsächlich oben auf der Leiter steht und sich nach dem schönsten Apfel des ganzen Baumes reckt und streckt und wagemutig sich mit der einen Hand schon am Baum abstützt . . . dann piekt einem ganz hinterlistig ein kleines Zweiglein fast in’s Auge, so dass man um die Nase aussieht, als hätte man den Vormittag mit Bärenringen und nicht mit Äpfelpflücken verbracht.

*** Milano ***

1. Wenn man nach Milano kommen möchte, muss man über die Alpen. Fliegen ist dabei einfacher als Laufen und schneller als Autofahren.

 

Milano-1-Alpen

Milano-1-Alpen

 

2. Für den Kronsohn ist dort der Himmel (oder zumindest nahe dran). Egal wo man sich befindet, man sieht eigentlich (fast) immer eine Kirche – und die Glocken sind auch noch zu sehen! Nach zwei Tagen eifrigen Fotografierens fragte der Hausherr, ob wir denn auch noch andere Urlaubsbilder außer Kirchen und Glocken mit nach Hause bringen würden? – Ähem . . .

 

Milano-2-Kirchen

Milano-2-Kirchen

 

3. Auch in einer sonnenverwöhnten Stadt kann es schon mal regnen. Das ist sehr wichtig, um mal wieder alle angesammelten Hundepfützchen abzuwaschen. Für Touristen empfehlen sich an solchen Tagen Museumsbesuche. Die ganz harten gehen ins Planetarium und hören sich einen italienischen Vortrag an. Dieser muss sehr lustig gewesen sein, die anwesenden Italiener haben viel und herzhaft gelacht.

 

Milano-3-Planetarium

Milano-3-Planetarium

 

4. Wenn am nächsten Tag dann wieder die Sonne scheint, kann man zu Fuß die Stadt erwandern auf der Suche nach dem Dom und überrascht sein, wie klein er doch ist. (Wenn man ihn gefunden hat, was eigentlich kein Problem ist, denn in Milano führen (fast) alle Straßen zum Dom.) Dort kann man sich dann von anderen Deutschen belehren lassen, dass der Dom gar keine Glocken hat. Und dann kann man eben diese Deutschen belehren, dass der Dom nämlich doch Glocken hat, und zwar bronzene. Sagt jedenfalls der ausleihbare ‚Audioguide‘. Gesehen und gehört haben wir jedenfalls nix. Schade.

 

Milano-4-Dom

Milano-4-Dom

 

5. Ganz wichtig beim Erwandern der Stadt sind hinreichend häufige und ausgedehnte Kaffeepausen. Auch wenn es irgendwann dazu führt, dass man nur deshalb schon wieder einen Latte Macchiato trinkt, weil man eigentlich nur mal ‚wohin‘ muss, aber nicht frecherweise einfach so . . . Ihr versteht schon. Jedenfalls wohin man kommt, man wird schon erwartet.

 

Milano-5-Spatzen

Milano-5-Spatzen

 

6. Eventuell hat man dann irgendwann auch zuviel von Häuserschluchten (auch wenn sie toll aussehen), Betonfassaden (auch wenn sie toll aussehen) und ganz vielen anderen Touristen (die manchmal auch toll aussehen). Dann kann man sich ein Auto leihen und auf’s Land fahren. In die Lombardei. Ein bisschen kommt es darauf an, sich in die italienische Verkehrsbeschilderung einzufühlen, damit man die herrliche Gegend auch genießen kann und nicht nur vergnatzt und verbiestert auf die italienische Straßenkahrte schaut.

 

Milano-6-Lombardei

Milano-6-Lombardei

 

7. Da man gerade ‚vor Ort‘ ist, kann man mit dem Kronsohn, welcher in Geographie gerade mächtig ‚Europa‘ lernt diese Theorie mal in die Praxis umsetzen. In dem man ihm einfach mal den Po zeigt.

 

Milano-7-Po

Milano-7-Po

 

8. Und wenn man dann wie durch einen glücklichen Zufall mit dem Auto wieder in Milano gelandet ist und nicht zufällig in Rom, dann kann man in der Ferienwohnung den Hausherrn kochen lassen, während man selber schon mal den Rotwein verkostet . . . bevor man am nächsten Tag von der Fluggesellschaft fast in den Wahnsinn getrieben wird, weil man auf dem Rückweg 2 Koffer statt nur eines angemeldeten mit dabei hat. Hmpf.

 

Milano-8-Selbstversorgung

Milano-8-Selbstversorgung

 

So, und ich muss mich jetzt entscheiden, welche 2 Paar Schuhe aus meinem Schuhschrank aussiedeln müssen, damit meine 2 neuen italienischen Schätzchen einen Platz darin bekommen. Das Leben kann ganz schön hart sein. Aber damit bin ich schon fast beim ‚Schuhschrankmysterium‘ und das erkläre ich Euch ein andermal.

*** Gestern noch . . . ***

. . . waren wir 1.300 km weiter südlich.

Geradezu umzingelt von netten kleinen Bäckereien mit nie enden wollenden Vorräten an Latte Macchiato und süßem Gebäck sowieso. Von Ciabatta und Focaccia (an welches ich mein Herz verloren habe) ganz zu schweigen.

Hatte man Hunger, kaufte man! Lecker! Fertig. Und manchmal abends in der Ferienwohnung brutzelte der Hausherr lecker Fisch.

Heute nun sitze ich an der Nähmaschine, bei welcher die Handtücher unverdrossen auf Ihre Umsäumung gewartet haben. Der Hausherr und der Kronsohn sind im Garten und ernten. Ich sehe sie bei den Bohnen und irgendwelches anderes grünes Zeugs ist auch schon in den Kisten. Es ist Alltag.

Irgendwann sollte ich anfangen Mittag zu kochen. Rosenkohl.

Warum nur ist Urlaub immer sooooo schnell vorbei?

*** Verwöhnt ***

Blockierst Du jetzt das Internet? Fragt der Hausherr genervt, als ich mich mit dem kleinen Laptop gemütlich in den Sessel fläze. Weil, hier geht ja jetzt gar nichts mehr.

Anklagender Blick in Richtung Frau Spätlese.

Nö, ich lad grad nix. Ich schreibe nur. Und außerdem haben wir 3000er DSL.

Schulterzucken zurück.

Sei froh, dass wir keinAnalog-Modem mehr haben.

Man, sind wir verwöhnt.

*** 12 von 12 im Oktober ***

06:00 Der Wecker klingelt. Immer dieses frühe Aufstehen. Das schafft mich. Nicht, dass Ihr mich missversteht. Ich hab kein Problem mit früh aufstehen. Mach ich gern, grundsätzlich. Nur nicht um 06:00. Ich würde zum Beispiel viel lieber um 08:00 Uhr früh aufstehen. Aber mich fragt ja keiner.

So grummele ich mich durch den Morgen, werfe das Kind rechtzeitig vor Schulbeginn aus dem Haus. Kurz vor meinem Büroalltag freue ich mich noch mal schnell über meinen ‚Patienten vom letzten Jahr’. Erinnert Ihr Euch?

 

Okt-12-1-Patient

Okt-12-1-Patient

 

Und dann ereilt mich das Schicksal.

Das Telefon klingelt. Unsere Integrationshelferin muss mit ihrem Söhnchen zum Arzt. Ich wünsche gute Besserung und weiß, heute wird wieder einer meiner Lieblingstage.

Also, rauf auf’s Fahrrad, zur Schule und Bildschirmlesegerät transportieren. Von ganz rechts unten nach ganz links oben.

 

Okt-12-2-Fahrrad

Okt-12-2-Fahrrad

 

Wieder zu Haus sagt mir der Blick zur Uhr: Ein halbes Stündchen Zeit habe ich für’s Büro. Bevor ich wieder zur Schule radeln darf. Grmpf. Also nehme ich Euch einfach mit in mein Büro. Dort ist es nämlich schön bunt und gar nicht langweilig.

 

Okt-12-3-Ordner

Okt-12-3-Ordner

 

Aber nein, es sehen nicht alle Ordner so aus. Nur ein paar besondere. Und die weißen Ordner unten rechts warten noch auf die passende Serviette. Also – wenn Ihr mal eine Idee habt?

So, nun aber wieder rauf auf’s Rad. Und ab zur Schule. Bildschirmlesegerät von ganz links oben nach ganz rechts mitte.

Als ich wieder im Büro bin, ruht sich mein Bildschirm ganz selbstverständlich aus. Und ich brauch erst einmal einen Kaffee.

 

Okt-12-4-Bildschirmschoner

Okt-12-4-Bildschirmschoner

 

11:00 Uhr. Bevor ich es ganz vergesse – es ist heute so grau und trüb da draußen, da darf geheizt werden. Also schnell schon mal das Holz vor die Tür stellen.

 

Okt-12-5-Holz

Okt-12-5-Holz

 

Keine halbe Stunde später haben sich Dunst und Wolken verzogen und ein strahlend blauer Himmel lacht mit der Sonne um die Wette. So viel zum Thema heizen. Na dann eben morgen wieder. Zwischenzeitlich kommt der Hausherr und übernimmt den restlichen Schul- und Bildschirmlesegerätdienst. Das finde ich toll. Schließlich müssen wir uns heute mit der Biologielehrerin auseinandersetzen. Die letzte Leistungskontrolle wurde für alle Kinder diktiert. (Alle Kinder heißt: auch für unseren Sohn!) Und auch schon die erste Aufgabe lautete: ZEICHNE (!) und beschrifte eine Kirschblüte. Der Kronsohn ist jetzt das zweite Jahr bei dieser Lehrerin in Biologie. Da fragt man sich nur noch: Macht die das mit Absicht? Jedenfalls freue ich mich, dass der Hausherr die Klärung übernimmt. Der kann das besser.

Das gibt mir die benötigte Zeit zum Mittag kochen. (Merkt Ihr, dass ich noch gar nicht wirklich im Büro war?) Lasst uns mal schauen, was wir so vorrätig haben . . .

 

Okt-12-6-Gemuese

Okt-12-6-Gemuese

 

Ah, das sieht aus wie bunte Zucchinipfanne. Also gut. Los geht’s. Putzen. Schnippeln. Anbraten. Dünsten. Nach 1 Stunde und der Zugabe von Frischkäse sieht das ganze aus wie Moppelkotze. Aber es schmeckt lecker. Ich hätte es fotografieren sollen, bevor ich den Frischkäse dazugegeben habe. Was Ihr jetzt wohl von mir denken mögt.

 

Okt-12-7-Zucchinipfanne

Okt-12-7-Zucchinipfanne

 

14:00 Uhr Das Essen ist auf dem Tisch. Das Kind kommt zur Tür herein. Wir haben nicht viel Zeit. In einer halben Stunde müssen wir schon beim Kieferorthopäden sein. Abdrücke nehmen lassen. Der Kronsohn wird Spangenträger werden.

15:30 Uhr sind wir wieder da. In der Küche sieht es immer noch aus wie nach einer heldenhaften Schlacht. Das ist schon komisch. Immer wenn der Hausherr nach dem Mittag ganz dringend zu einem Termin muss, ist die Küche aufgeräumt, wenn er wieder kommt. Das krieg ich irgendwie immer hin. Aber wenn ich mal einen Termin habe, ganz dringend nach dem Mittag. Da bleibt alles wie es ist. Komisch – oder? Aber egal, wasche ich eben noch schnell ab. Das Abtrocknen schenke ich mir. Vielleicht findet sich ja ein dienstbarer Geist? Man soll die Hoffnung nie aufgeben. Nun aber, auf die Hausaufgaben fertig los. Während der Kronsohn die Entwicklung der Kirschblüte bis zur Frucht beschreibt, mache ich aus seinen mitgebrachten Tafelbildern ausdruckbare Bilder. Das heißt: erst so:

 

Okt-12-8-Tafelbild

Okt-12-8-Tafelbild

 

Nach Zuschneiden, Zurechtzerren, Farbumkehren und Beleuchtung Bearbeiten sieht das ganze so aus, kann ausgedruckt werden um in seinem Hefter auf nimmer wieder sehen zu verschwinden für das Lernen und Wiederholen zur Verfügung zu stehen.

 

Okt-12-9-Tafelbild-neu

Okt-12-9-Tafelbild-neu

 

17:15 Uhr Nach den Hausaufgaben darf das Kind in den Garten und ich nutze die Stunde um noch einmal im Büro zu verschwinden. Diesmal nehme ich Euch nicht mit. Ich will nämlich was schaffen.

18:30 Uhr Zeit, das Abendbrot vorzubereiten. Ich komme in die Küche und was schaut mich an? Der Riesenberg abgewaschenes Zeug. Bleibt mir also doch nicht erspart.

 

Okt-12-10-Abwasch

Okt-12-10-Abwasch

 

Der Hausherr und der Kronsohn haben aus dem Garten einen Blumengruß mitgebracht, der nun unseren Abendbrotstisch verschönert.

 

Okt-12-11-Blumen

Okt-12-11-Blumen

 

20:15 Uhr Der Hausherr kuschelt den Kronsohn in’s Bett und ich baue schnell das Bügeleisen auf. Denn wenn ich mich darauf verlasse, dass das jemand abarbeitet . . .

 

Okt-12-12-Buegeln

Okt-12-12-Buegeln

 

22:00 Uhr Fertig mit Bügeln und fertig mit dem Tag. Wo war noch gleich das kuschelige Bettchen? Ach was, das finde ich auch mit geschlossenen Augen. Ach ja, wie freu ich mich schon wieder auf morgen, wenn der Wecker endlich klingelt . . .