*** Und es kommt immer anders ***

Genauso. Es kommt nämlich immer anders als man selber plant, oder wünscht, oder erhofft.

Kleines Beispiel gefällig?

Gestern abend, zum Beispiel, war ich dabei im wöchentlichen Ringen mit der Bügelwäsche die Oberhand zu gewinnen und freute mich gerade enorm darauf, dass ich am kommenden Tag (Also heute, Montag *Anm. d. Red.*) mich so richtig im Büro vergraben und was schaffen könnte. Mal ein bisschen am Berg Arbeit graben und was abtragen. Nun, Vorfreude ist die schönste Freude.

Jedenfalls klingelte das Telefon.

Unsere Integrationshelferin musste sich bedauerlicherweise für die kommende Woche krank melden. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Die GANZE Woche.

Zuerst hab ich nur gedacht, na toll, bin ich wieder diejenige, die dem Kronsohn das Bildschirmlesegerät durch die Schule huckt.Aber das wird schon nicht so schlimm.

Dann hab ich auf den Stundenplan geguckt. Und mich feierlich von meinem Berg Arbeit verabschiedet.

Jedenfalls war heute den Tag über eine Frau Spätlese zu sehen, die regelmäßig stündlich mit dem Rad durch den Ort windeseilte. In der ersten Pause hatte ich noch Pech, ich war zwei Minuten zu spät losgefahren und stand vor verschlossener Schranke. 1:0 für den Zug.

In der nächsten Pause war ich schneller. Rechtzeitig losgefahren, Schranke schliesst hinter mir (strike!) . . . und ich steh dafür 5 Minuten VOR der Klassentür, weil es noch nicht zur Pause geklingelt hat. Grrm.

In den ultrakurzen Pausen zwischen den Radfahreinlagen habe ich es geschafft, die Postmappe zu leeren (!), wieder zu befüllen (!) und ein paar Kontoauszüge zu verbuchen. Das sind normalerweise Aufwärmübungen. Pünktlich zum Chaostag rief auch noch Herr „hiernameneinsetzen“ an und fragte, ob ich Zeit hätte für ihn, er bräuchte Hilfe bei einem Formular.

Natürlich hatte ich auch die Zeit noch. Immer für Sie da. Schließlich kommt ja der Name ‚Service‘ in meinem Beruf vor.

Nach dem Abbauen des Lesegerätes nach der 6. Stunde fragte der Kronsohn, ob ich ihm bei den Hausaufgaben helfen könnte.

Natürlich konnte ich das. Ich bin ja eine Mutter, die ihr Kind gern unterstützt.

Und als wir mit allem fertig waren, bin ich zum Elternabend gefahren. Ich bin ja eine aktive Mutter.

Und jetzt sitze ich wie Bräsig auf der Palme und der Nächste, der mich fragt, wann sein Auftrag fertig wird, wird von mir standrechtlich erschossen.

Und ich habe nachgezählt, es sind noch 37 Schulwochen und 4 Tage. Bitte, bitte, bitte lass sie bald wiederkommen.

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