*** Schubladengeschichten ***

Meinst Du nicht, es wäre einfacher, diese Schublade leer wieder auf die Schienen zu fädeln anstatt so voll wie sie jetzt ist? Fragt Frau Spätlese und hebt erwartungsvoll die Augenbrauen.

Der Hausherr kniet vor dem Schubladenfach unter dem Kühlschrank und versucht ein Klemmen ebendieser Schublade zu beseitigen. ‚Ich soll DIESE Schublade ausräumen – ich bin doch nicht wahnsinnig!‘ Und verweist auf die diversen Reis, Linsen, Erbsenpackungen neben Zwieback, Honig, Risotto, Algen (!) und und und . . .

OK – dieses ist MEINE Schublade und um dem Hausherren meine Unterstützung bei der Reparatur zu signalisieren, begebe ich mich nun abenfalls auf die Knie und räume in Windeseile die Schublade leer. Guck, so schnell geht das, war doch gar nicht schlimm . . .

Und bereue es nicht eine Minute später.

Nämlich als die Schublade wieder eingerastet ist und durch mich ausgewischt und sauber auf das Befüllen wartet.

Der Hausherr befüllt mit.

Hilfe!

Was ist denn DAS hier? Und hebt fragend ein Päckchen Tomatenrisotto hoch. Das ist doch bestimmt schon abgelaufen.

Und wozu brauchen wir ‚Naschkätzchen‘ und ZWEIMAL (!) Waldhonig.

Oh, und die Algen hab ich mal gekauft, wollen wir die mal machen? Da gibt’s bestimmt Rezepte im Netz.

He, Guck mal hier – Orangeat und Zitronat braucht man zum Stollenbacken – ok – aber wir haben jetzt JULI?

Und so weiter.

Und so fort.

Und man glaubt gar nicht, wie viel Platz in dieser Schublade ist und was sie alles beherbergen kann.

Frau Spätlese übt ihren Jetztnurkeinenmuskelverziehengesichtsausdruck und räumt die Schublade noch schneller wieder ein, als sie sie ausgeräumt hat.

Bestimmt vergisst er die Algen bald wieder . . .

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