*** Gemeinsamer Unterricht ***

Ich hab es Euch ja hier versprochen, und jetzt komme ich dazu, Euch zu erzählen, wie es unserem Sohn so als ‚Besonderheit‘ an der Regelschule ergeht. Welche Anregungen des ISAR-Projektes ich von meinem Seminar bisher tatsächlich umgesetzt habe und was die Lehrer zu der neuen Herausforderung sagen.
Anlass hierfür waren die Eltern-Lehrer-Gespräche am Donnerstagabend.

Kurz zur Erinnerung: Nach den ersten zwei Wochen ohne Integrationshelfer (und folglich OHNE Bildschirmlesegerät in den Fachräumen) hatte ja unser Kerlchen schon resigniert und aufgegeben, sich geweigert den Ranzen überhaupt auszupacken und gleichzeitig die Lehrer mit sonstigen störenden Geräuschen zusätzlich begeistert.

Unsere Regionale Schule bot nun, nach 10 Wochen Schule an diesem 12. die Möglichkeit, mit den zuständigen Fachlehrern der Kinder zu sprechen. Also haben wir im 20-Minuten-Takt immer wieder die folgenden Fragen gestellt:

1.) Wie kommen Sie mit den besonderen Anforderungen im Allgemeinen und unserem Sohn im Besonderen klar?
2.) Sehen sie Probleme, was seine Aufnahme- und Lernfähigkeit betrifft?
3.) Gibt es etwas, was wir vom jetzigen Zustand ausgehend noch besser machen können?
4.) Gibt es etwas, was das Kind vom jetzigen Zustand ausgehend noch besser machen könnte? (O.K. zugegeben, dass ist eine SAUBLÖDE Frage. Es gibt immer GENÜGEND Sachen, die ein Schüler aus Sicht des Lehrers besser machen könnte!) Hab‘ ich jetzt auch gelernt und frag ich bestimmt nicht wieder danach.

Jedenfalls haben sich die Lehrer jetzt im Großen und Ganzen schon daran gewöhnt, dass des Kindes Arbeitsblätter bitte auf hellblau (weniger Blendeffekt als bei weißem Papier) und in großer Schrift (Arial 16) vorzulegen sind. Dass er in Arbeiten und Leistungskontrollen soviel Zeit bekommt, wie er benötigt – auch in Pausenzeiten herein- wird angemessen angewendet.
„Unsere“ Integrationshelferin, die dem Krohnsohn den Technikpark durch die Gegend schleppt, diesen auf und wieder abbaut, losläuft um zu kleinschriftige Arbeitsblätter auf die benötigte Größe zu kopieren und im Unterricht und bei Arbeiten neben ihm sitzt  wird teilweise sogar freundlich begrüßt. Sie ist eine Entlastung für die Lehrer. (Und welcher Lehrer wünscht sich keine Entlastung?)

Von all den Kleinigkeiten ringsumher, für die wir als Eltern Sorge tragen (extra Schreibpapier mit dickeren Linien und größeren Zeilenabständen und größeren Kästchen, farblich abgesetzte Geodreiecke und Lineale, dick schreibende und nicht verschmierende Stifte) davon war gar nicht die Rede. Und auch erst recht nicht davon, dass wir nachmittageweise neben dem Kind sitzen und ÜBEN!

Muss vielleicht auch nicht erwähnt werden. Schön war zu hören, dass die Lehrer zwischenzeitlich an unseren Sohn glauben und sich und ihm zutrauen, mit diesen Hilfen angemessen durch die Schule zu kommen.

Naja, aber einen Knackpunkt gab es doch. Die Disziplin! Unser Kind schaltet im Unterricht manchmal ab und träumt, es stört manchmal mit Erzählen die Klasse und im Werkunterricht macht es ihm vielmehr Spaß an der Werkbank zu sägen als am Werkstück . . .

Ähem, jaaaa, sicherlich . . .

Wir haben ja auch nur gesagt, dass er entsetzlich schlecht sehen kann. Mehr nicht. Ansonsten ist er ein normaler Junge.

Hurra!!!

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