*** Die Macht der Erinnerung ***

Da stand ich gestern in der Tür, die Hitze des Tages war vorbei, es dämmerte.
Ganz unbewußt bei einem tiefen Atemzug schloss ich meine Augen. Ich roch das Land,
den vergangenen Tag und die Nacht die in den Startlöchern lag.

Und ganz auf einmal hielt es mich fest. Dieser Duft. Ich war auf einmal wieder klein,
sehr klein. Und zu Besuch bei meinem Großvater auf dem Land. Die Felder waren frisch
abgeerntet, der Nebel begann sich breitzumachen, irgendwo lagerten die ersten Sommeräpfel.
Gleich würde jemand die Pumpe auf dem Hof unter dem Walnußbaum bedienen, für das Badewasser.
Fast schon spürte ich Großvaters Hand auf meiner Schulter.

Da merkte ich, wie ich Tränen in den Augen hatte.
Vorbei.
Und ich atmete tief ein, genoss den Duft, sog die Erinnerung tief in mein Herz und öffnete
die Augen –
kein Walnußbaum, keine Pumpe, kein Großvater.

Vorbei.

Ich habe jedenfalls meinen Kleinen gestern ganz besonders liebevoll müde geknuddelt.
Auch wenn er bestimmt nicht verstanden hat, wieso.

Danke Großvater!

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