*** Gelernt ***

Ich habe heute Folgendes gelernt:

Wenn man sich morgens im Hühnerstall wundert, dass das Nachtkackbrett nicht – und zwar überhaupt GAR NICHT – vollgekackt ist, man also folglich auch gar nicht saubermachen braucht, dann wird es eher nicht daran liegen, dass die Hühner letzte Nacht mal nicht gekackt haben, sondern eher daran, dass die Hühner sehr wahrscheinlich die Schließzeit der Hühnerklappe verpasst haben – das ist ein Nachteil der Automatik – und somit draußen ohne den Schutz des Hühnerstalles übernachtet haben. 

Und da wir ausgerechnet gestern eben mal ausnahmsweise NICHT kontrolliert haben, konnten wir sie auch nicht manuell in den Stall verfrachten. 

Oohhhmmm.

Als kleine Entschuldigung habe ich beim Pflücken der Sauerkirschen für den ‚Altdeutschen Kirschkuchen‘ heute auf dem Hühnerhof immer mal eine Kirsche runterfallen lassen.

Jetzt haben alle meine Hühner tiefrote Kirschkussmünder.

*** Sie und er und die Musik ***

Sie beschließt, es wäre an der Zeit, mal wieder Saxophon zu üben.

Er legt sich ins Wohnzimmer für ein kurzes Nickerchen.

Sie übt sich quer durch die Ihr bekannten Tonleitern und übt anschließend brav wiederholend die Titel aus dem ersten Lehrbuch. Mal ohne, mal mit Begleitung. Und noch einmal und noch einmal und noch einmal.

Dann beendet sie die Übung und begibt sich ins Wohnzimmer. Als sie dort hereinkommt öffnet der Hausherr die Augen.

‚Oh‘ entschuldigt sie sich ‚Habe ich Dich geweckt?‘

‚Wieso geweckt?‘ fragt er mit einem tiefen Seufzer ‚Ich konnte gar nicht erst einschlafen.‘

*** 12 von 12 im Juli 2016 ***

Guten Morgen 12. Juli. Du bist heute ein besonderer Tag. Hast Du auch das passende Wetter dabei? Check: Passt!

1.) Wettercheck

 
Danach wie immer – nichts geht ohne sie – die ‚Ode an den Kaffee‘.

2.) Lebenselexier Kaffee

  
Wir brauchen Kraft für den Tag, also gibt es ein Superfrühstück. Mit exakt 9 Marmeladen. Schließlich muss man ja irgendwodran auch merken, dass gerade Marmeladensaison ist.

3.) Nichts geht über Marmelade zum Frühstück.

 
Nachdem ich die Hühner versorgt und geputzt habe, werfen der Kronsohn und ich in Windeseile die wichtigsten Sachen in die Tasche und um kurz nach 10 Uhr heißt es Abmarsch.

4.) Was wir jetzt vergessen haben, brauchen wir nicht. 

  
Eine Stunde später sitzen wir schon im zweiten Zug. 

5.)  Auf großer Fahrt

  

Bei der Ankunft werden wir vom Wetter freundlich begrüßt. Der Rest ist . . . befremdlich . . . ?

6.) Wie jetzt?

  

Und komische Leute gibt’s hier!

7.)  Ah – ja . . . 

 

Da brauchen wir erst einmal eine Stärkung. Und in dieser Pause appen wir den Hausherr an, der zu Hause geblieben ist, und versichern ihm, dass wir gut angekommen sind.

8.) Kleine Stärkung

  

Anschließend laufen wir an vielen, vielen, VIELEN Kirchen vorbei, in einige Läden hinein, teilweise mit, teilweise ohne Erfolg. Aber das Wetter bleibt uns treu.

9.) Immer noch tolles Wetter

  
Das Abendessen genehmigen wir uns dann in der Schiffergesellschaft. Und natürlich darf man hier nur einen einzigen Rotwein trinken.

10.) Lübecker Rotspon

  
Auf dem Weg zurück zum Hotel schauen wir noch in das eine oder andere Schaufenster. Und endlich, endlich geht mir ein Licht auf. Wasser sparen ist nämlich wirklich TOTAL wichtig!

11.) Spart Wasser!

  
Im Hotel angekommen gibt es dannnur noch einen klitzekleinen, winzigen, geradezu vernachlässigbaren Betthupferl und dann ist Feierabend.

12.) Gute Nacht

  
Und falls Euch diese 12 von 12 nicht reichen – guckt doch einfach mal bei Caro, die sammelt nämlich jede Menge davon.

Vielen Dank für’s Zuschauen.

 

*** Selbst ist die Frau ***

Dinge passieren meist schleichend. So langsam, dass man manchmal gar nicht mitbekommt, dass sie schon längst im Gange sind.

Ich weiß gar nicht, wann ich das erste Mal realisierte, dass der Wecker aber sehr, sehr leise klingt. So leise, dass er fast nicht zu hören ist. Oder ob ich es gar nicht realisiert und ihn einfach überhört habe.

Irgendwann stellte ich dann plötzlich bewußt fest, dass der Wecker zwar klingelte (Er tat also seine Pflicht.), aber quasi unhörbar leise udn das trotz frischer Batterien.

Nun konnte ich das natürlich nicht so hinnehmen. Ein Funktionsgerät das nicht funktioniert. Das funktioniert auf gar keinen Fall. Also trug ich den Wecker aus dem Schlafzimmer in den Werkzeugkeller des Hausherren und richtete die Bitte an diesen, er möge doch bitte einmal den Wecker wieder auf laut reparieren.

Allerdings erntete ich nur Gelächter vom Hausherren und die kurze, sehr kurze aber eindeutige Ansage, Wecker würde er nicht aufmachen. Niemals nicht und auf gar keinen Fall.

Oha! Das sagt der Mann der ALLES repariert. IMMER! 

Oha?

Das konnte ich natürlich so erst Recht auf gar keinen Fall hinnehmen. Der will mich doch nur herausfordern. Dann würde ich diesen blöden Wecker eben selbst und eigenständig aufschrauben, das Staubkorn (was anderes konnte es gar nicht sein) herauspusten und alles wieder zusammenschrauben. So schwer konnte das ja wohl nicht sein, herrje.

Ich holte mir also Schraubendreher aller Größen und Formen aus dem Werkzeugkeller, legte mir eine Arbeitsmatte auf den Küchentisch und schraubte den Wecker ganz vorsichtig auseinander. Das war total leicht. Wer sagt’s denn. Verächtlich schniefte ich durch die Nase. Von wegen einen Wecker würde er nicht aufschrauben. Das kriege ich ja wohl selbst und eigenständig total easy hin.

Ich löste Zifferblatt samt Zeiger von der Zahnradebene – perfekt – und schaute in die verbliebenen Innereien.

Ah – ja.

Ich schaute noch etwas länger in die verbliebenen Innereien.

So, so.

Dann schaute ich noch etwas genauer hin und auf einmal wusste ich, was zu tun war. Es war ganz einfach.

Ich nahm die Weckereinzelteile, schmiss sie in die Mülltonne und kaufte mir selbst und eigenständig einen neuen Wecker.

  
 

*** WMDEDGT 2016-07-05 ***

Oder: Leben 1.0

Der Wecker klingelt um 06:15 Uhr. Wie geil ist das denn? Das ist so klasse, so toll, da fehlen mir die Worte. Und ich weiß, was ich sage! Ich bin nämlich die letzten vier Wochen um 05:00 Uhr aufgestanden. Und wenn ich eines mit Sicherheit weiß, 05:00 Uhr geht gar nicht. Das geht so was von gar nicht, das ist so furchtbar. Das ist so konträr zu meinem Biorhythmus, das gehört im Grundgesetz ausdrücklich verboten. So was von! Und deswegen bin ich so außerordentlich glücklich, dass der Wecker erst um 06:15 klingelt. Nun, und nach dem ersten Snooze bequeme ich mich dann auch tatsächlich aufzustehen.

Als nächstes gibt es Kaffee. Und Frühstück. In dieser Reihenfolge. Kaffee ist wichtig und einer der engsten Freunde meines Blutdruckes. Beim Frühstück stehen dann die Gänse am Tisch und betteln nach Leckerli. Ich schimpfe umsonst mit dem Hausherren, dass er die Viecher nicht so verwöhnen soll. Nicht umsonst stehen sie nur bei ihm und gucken ihn mit großen treuen Augen an. Und wenn er kein Leckerli rüberreicht kneifen sie ein bisschen in seinen Oberschenkel, das hat er nun davon.

Nach unserem Frühstück gibt es Frühstück für die Hühner. Heute mit lecker Surimi. Ich habe mich nämlich verkauft. Igitt. Surimi. Wie konnte mir das passieren. Dabei stehr es groß und deutlich auf der Packung. Zu blöd. Aber zur großen Freude der Hühner schmeißen wir ja nichts einfach so weg.  Nach dem Frühstück mähe ich den neuen Rasen auf dem kleinen Hühnerhof. Rrrrrrrrt rrrrrrrt rrrrrrt schrammele ich mich mit meinem TT300s über die knapp 30 qm. Längs hin und her und noch einmal quer hin und her und dann noch einmal längs. Dann ist alles schick und der Hausherr lästert, dass der Hühnerhofüberbrückungsrasen schöner aussieht als der in unserem Garten. Vielleicht sollten wir mehr Zeit hier verbringen?

Anschließend helfe ich dem Hausherren einen Zaun um die Johannisbeeren zu ziehen, denn wie wir herausgefunden haben fressen die Gänse außer Dill, Rittersporn, Studentenblumen, Ackerschachtelhalm, Astilbe, Koriander, Petersilie, Salat, Stachelbeeren und allem anderen was einem im Garten lieb und teuer ist dann außerdem auch noch Johannisbeeren. Als ob kein Rasen da wäre.

Nun Zähneputzen, Betten machen und mich selber noch einmal frisch machen – ich bin erst zwei Stunden auf und schon verschwitzt. So was blödes aber auch. Und schon um 09:30 verdrücke ich mich ins Büro. Dort vergesse ich über knicken, lochen, abheften, überweisen, telefonieren die Zeit. Ich bekomme neue Unterlagen reingereicht und dann klopft der Mieter des Nachbarbüros an die Tür. Als Dankeschön für unsere freundliche Paketannahme stellt er mir ein Fläschlein allerliebsten Proseccos auf den Tisch. Hach.

Dann ruft mich der Hausherr aus der Küche zu sich. Die Himbeermarmelade wäre einfüllbereit. Marmeladekochen ist bei uns nämlich Teamarbeit. Ich fülle ein und er verschließt. So sind wir ruckizucki mit den 10 Gläsern durch und ich darf schon wieder ins Büro. Dort schreibe ich erst einmal den bisherigen Tagesablauf in meinen Blog. Sonst vergesse ich noch etwas.

Dann wühle ich mich noch ein wenig durch die Buchhaltung – ich habe bestimmt schon mal erzählt, dass ich klar strukturierte Zahlen liebe – ja? Aber viel Zeit für meine heißgeliebten Zahlen habe ich heute nicht. Um 14:30 Uhr habe ich Saxophonunterricht. Diesen habe ich immer noch nicht aufgegeben, weil ich ja stur bin. Aber so was von. Außerdem macht es mir Spaß. Freundlich begrüße ich meinen Lehrer mit der Frage, ob er sich denn auch ausreichend Ohropax mitgebracht hätte? Er lächelt leise weise in sich hinein.

Leider gibt es heute nur eine Kurzversion Unterricht. Nach 30 Minuten ist Ende, denn der Hausherr und ich wollen ins Kino fahren. Hört, hört. Also schnell Mittag in die Pfanne, in den Hals, Geschirr in die Küche und stehen lassen bis nachher und ab ins Auto. Ich erzähle nicht, welches Jackett sich der Hausherr ausgesucht hatte und wie oft ich ihn wieder losgeschickt habe, sich ein anderes auszusuchen. Orrrrrr. Jedenfalls kamen wir zu spät los. Denn eigentlich wollten wir vor dem Kino noch einen Toaster kaufen, aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls waren wir pünktlich beim Film (und aßen lieber noch eine Kugel Eis vorher, anstatt dass wir uns die WErbung anschauten). Dabei amüsierten wir uns königlich darüber, wie leergefegt die Rostocker Einkaufsstraße plötzlich war, nur weil es regnete. Und wir wurden ein bisschen nass. Weil wir noch Zeit hatten, kauften wir auch noch 2 kg Aprikosen für Marmelade, aber keinen Toaster, denn dafür reichte die Zeit wirklich nicht.

Dann weinte ich (wie der gesamte weibliche Rest des Kinopublikums) hemmungslos bei ‚Ein ganzes halbes Jahr‘ und freute mich ganz heimlich darüber dass es den anderen genauso ging wie mir. Schluchz.

Da es während des Filmes draußen zu Ende geregnet hatte kamen wir trocken zum Auto und waren schon 19:30 Uhr wieder zu Hause, hobelten uns dort einen Gurkensalat, belegten ein kleines Abendbrot und kochten 1,5 ltr Kräutertee. Aus irgendeinem (mir völlig unverständlichen Grund) waren wir danach so derart erschossen und fertig, dass wir nur noch die Küche aufräumten (das Mittagsgeschirr!) und nach einer Dusche in’s Bett fielen.

Und kurz bevor mir endgültig die Augen zufielen, beschloss ich, das Tagebuchbloggen auf den nächsten Tag zu verschieben. Das war vermutlich eine sehr weise Entscheidung.

Bestimmt habt Ihr ja auch bei Frau Brüllen genug andere Tagebuchblogger zur Überbrückung gefunden – stimmts?

*** 12 von 12 im Juni 2016 ***

Es ist SONNTAG! Ist der erste Gedanke des Morgens. Ausschlafen bis 07:00 Uhr. Toll. Ich überlege so vor mich hin, ob ich bei den heutigen 12 von 12 mitmache und kann mich nicht aufraffen. Aber dann, kurz vor Ende des Frühstücks passiert es. Das Salzschwein drängelt sich in meine Aufmerksamkeit und sagt ‚Ich bin eine Rampensau – bring‘ mich in die Medien!‘ Na gut. Wenn’s weiter nichts ist.

1. Frühstück:


Da Sonntag traditionell der Tag der Woche ist, an welchem dem Essen große Aufmerksamkeit zukommt, wird sofort im Anschluss an das Frühstück das kleine bekloppte Huhn in den Schnellkochtopf getan.

2. Es werde Hühnerbrühe:


Da auch der Sonntagnachmittagkuchen vorbereitet werden will geht es sofort weiter.

3. Erdbeeren pflücken:


Dann ist der Hühnerstall zu entkacken und ebenso der Hühnerhof. Nichts geht über Hygiene. Und wenn Ihr jetzt fragt, was denn der Hahn da ganz links im Nest will – ich habe keine Ahnung.

4. Hühnerstall:

Anschließend muss ich ein Netzwerkkabel suchen. Der Rechner des Kronsohnes hat ein bisschen Allüren, was das W-LAN angeht. Und da sein Drucker installiert werden muss schleppe ich Rechner und Drucker zum Router, installiere den Drucker. Als ich dann das Netzwerkkabel ziehe, ist er plötzlich im W-LAN. Ooohhhmmm. Ich glaube, ich muss nicht alles verstehen.

(Update: Rechner einmal ausschalten und wieder anschalten und W-LAN geht wieder nicht. *kopfschüttel*)

5. Kabelsuche:


In der Zwischenzeit ist das Huhn gar. Und während das Huhn auf Pultemperatur und der Kaffee auf Trinktemperatur abkühlen, bearbeite ich schon mal ein paar Bilder.

6. Warten:


Dann geht alles ganz schnell. Reis aufsetzen, Frikasse zusammenrühren. Essen. Lecker.

7. Mittagessen, Symbolbild:


Auch wenn jetzt eigentlich der heilige Mittagsschlaf ruft. Erst müssen noch die Handtücher auf die Leine. Da geht nichts.

8. Handtücher aufhängen:


Dann endlich ist Mittagspause. Die gesamte Familie und die Gänse und die Enten kommen zur Ruhe. Wie schön. Ach könnte nicht jeden Tag Sonntag sein.

9. Mittagsschlaf:


Nach dem Mittagsschlaf schleppt der Hausherr eine Schubkarre Pfefferminze an. Das erste Viertel der Jahresernte. Also werden Pfefferminzblätter gezupft. Als Belohnung gibt es anschließend die vom Hausherren liebevoll vorbeteitete Erdbeertorte. Aber bitte mit Sahne!

10. Erdbeertorte:

  
Anschließend geht es nahtlos über in die Abendbrotvorbereitungen. Die restliche Hühnerbrühe wird mit Möhren, Sellerie, Zwiebel, Nudeln und Petersilie aufgehübscht und zum Abendbrot gereicht. 

Jetzt werde ich noch

11. Bügeln:

  
Und bevor ich ins Bett falle, werde ich noch kontrollieren, ob die Königin der Nacht vielleicht gerade heute nacht blühen will. Oder vielleicht doch erst morgen?

12. Königin der Nacht:

  
Und dann werde ich ganz, ganz, ganz schnell einschlafen, denn morgen früh klingelt mein Wecker wieder um 05:00 Uhr. 

P.S. Und wie immer sammelt die liebe Caro ganz viele andere 12von12-Teilnehmer.

*** In Ordnung ***

Sagen wir mal so . . . 

  

. . . es könnte schlimmer sein . . .