*** Unterwegs ***

Es ist Sommer, es ist Urlaub, ich bin mit dem Kronsohn unterwegs. Es ist SEIN Urlaub. SEINE Zeit und SEINE Ziele.

Folglich lautet der Urlaubsauftrag: Kirchen & Glocken! Natürlich!

Aber alles beginnt mit einer Zugfahrt:

Und dann geht es los: Kirche auf Kirche. Schlag auf Schlag:

Aber auch Pausen sind wichtig. Gerne auch mit Streicheleinheiten: 

Bevor es wieder weitergeht: 

Aber ich habe auch noch ganz andere Bauten gefunden. Die haben hier ja vielleicht eine Architektur . . .  


Und dann, ganz plötzlich, sind vier Tage um und wir sind schon wieder auf dem Heimweg. 


Wie die Zeit vergeht. 

*** Bringt Zeit mit . . . ***

. . . sagt der Obstbauer und: es ist nicht wie letztes Jahr. Es sind weniger Kirschen und das Wetter ist zu kalt, sie reifen so langsam, dass die Stare sich an die Schreckschussböller gewöhnen und einen Großteil der ohnehin mageren Ernte fressen. Pflückt auch ruhig die helleren Kirschen, die reifen nach, denn wenn es jetzt wieder regnet, dann platzen die Kirschen nur und sind ohnehin verloren. Ein schlechtes Obstjahr. 

Er seufzt. Wir machen uns auf den Weg durch die Plantage zu unseren Lieblingskirschbäumen. 

Dann gibt es von unten tatsächlich keine reifen Kirschen zu pflücken, wir müssen wirklich für jede einzelne Kirsche auf die bereitgestellten Leitern klettern. Dazu kommt, dass wie angekündigt sehr wenige Kirschen hängen und davon noch weniger so reif, wie wir sie gerne hätten. Also pflücken wir 10 – 15 Kirschen, steigen von der Leiter, stellen diese um und steigen erneut nach oben. 

Es ist mühsam. Aber mit der Zeit füllen sich die Eimer. 


Zwischendurch, der Hausherr ist einmal ganz nach oben geklettert ruft er: ‚Hey – hier oben sind die sogar schon mal so reif, dass man auch mal naschen kann.‘ Ein Bäuerchen zeigt an, dass die Möglichkeit nicht ungenutzt verstrichen ist.

Sogar ich krabbele in todesmutige Höhen, 5 manchmal sogar 6 Stufen die Leiter hoch. Auch hier hängen schon ganz passable Exemplare und auch mein Eimerchen füllt sich. Und auch ich bringe es zwischenzeitlich auf respektierliche Bäuerchen. 

Nach zwei Stunden dann befinden wir das Pflückergebnis für ausreichend und machen uns auf den Heimweg. Wir werden Kompott einwecken und natürlich weiterhin jede Menge Kirschen essen. 

Morgens, mittags, abends – den ganzen lieben langen Tag. Es ist schließlich Kirschenzeit.

Guten Appetit. 

*** 12 von 12 im Juli 2017 ***

Es ist Mittwoch in der Früh und ich denke nur deshalb an 12 von 12 weil ich es mir gestern Abend ganz fest vorgenommen habe. Ich muss eine Weile überlegen, warum es sich lohnen sollte aufzustehen, anstatt einfach liegen zu bleiben und das Regenwetter einfach zu verschlafen.

Da fällt mein Blick auf meinen Fuß. Auf meinen Fuß mit Glitzernagellack. Glitzer geht immer. Und wenn schon nicht auf Sandalen, dann wenigstens auf den Fußnägeln. Ich beschließe also, diesen Tag zu mögen.

1) 

Noch ein Grund mehr, den Tag zu mögen liefert mir der Hausherr. Er brüht himmlisch duftenden Kaffee und lockt mich heraus auf die Terrasse. Ich ignoriere das feine Nieseln und trinke genüsslich meinen Erweckungskaffee.

2) 

Dann bin ich bereit für Frühstück. Dieses muss zwar erst vorbereitet werden. Aber wenn man erst einmal die wichtigsten Zutaten auf dem Tablett hat, läuft der Rest fast wie von allein und kann auch gar nichts mehr schief gehen. Zumal dann auch der Kronsohn in der Küche auftaucht und mit anpackt.

3) 

Nach dem Frühstück versorge ich das Viehzeug. Mama Glucke mit ihrem Einzelkind bekommt separat Frühstück damit die anderen ihm nicht alles wegfressen.

4) 

Dann trudele ich im Büro ein und bevor ich anfangen kann, ernsthaft zu arbeiten muss ich erst eine wichtige Pflicht erledigen. Ich darf eine Siegerehrung vornehmen und einen Pokal vergeben. Das klingt jetzt viel leichter als es ist, denn man muss eine Entscheidung treffen. Aber ich schaffe das.

5) 

Dann endlich kann ich mich der Postmappe widmen. Ich schreibe e-Mails, drucke Rechnungen aus, tätige Überweisungen, verbuche Rechnungen, telefoniere. Alles ganz wie immer. Immer eben wech.

6) 

Dann klingelt kurz vorm Mittag die Mutter mit dem Schwesterherz auf ein Käffchen an der Tür. Wir besprechen die wichtigsten Dinge, essen die vom Vorabend übriggebliebenen Süßigkeiten und Gurkenscheibchen auf und freuen uns, dass wir uns ganz spontan und unbeschwert mal gesehen haben.

7) 

Anschließend jagt und sammelt der Hausherr für das Mittag durch Kühlschrank und Küche. Als Ergebnis gibt es ein ‚War-Im-Kühlschrank-und-sollte-jetzt-weg-Essen‘ mit Zucchini als hervorstechender Charaktereigenschaft.

8) 

Dann bin ich wieder im Büro und kippe mir erst einmal Tee über die Tastatur. Also erst einmal Tastatur putzen, bevor ich mich der Buchhaltung widmen kann. Seufz.

9) 

 

Nach dem Büro treffen wir drei uns in der Küche und bereiten gemeinsam unser Abendbrot vor. Das Abendessen zieht sich dann etwas in die Länge. Wir klären die wichtige Frage, wie viele Monate ich jeden Tag einen frischen Salat essen kann wenn ich 130 € habe und jeder Salat 1 € kostet. Aber das leere Geschirr ist geduldig. 

10) 

Nachdem wir dieses Problem gelöst und die Küche aufgeräumt haben falle ich in meinen Lieblingssessel und schaue, was mir mein Tolino anbietet. Ich lande bei ‚Martyn Pig‘.

11) 

Und dann kommt irgendwann, der Abend ist schon fast vorbei, doch tatsächlich noch die Sonne heraus. Am Fenster hängen noch die letzten Regentropfen aber der Himmel behauptet, er wisse gar nicht, wo die nur wieder herkommen. So abgrundtief verlogen . . . 

12)

Aber egal – jetzt wird alles schön.  Und der verregnete Tag ist endlich vorbei. 

Vielen Dank, dass Ihr vorbeigeschaut habt und noch viel mehr 12 von 12 bebilderte Tagesberichte gibt es wie immer bei Caro.

*** Freitagstexter-Siegerehrung ***

Es ist Mittwoch Früh, viel zu früh. Superwoman hat dann endlich, unerwartet und trotzig zwar, aber immerhin, die Glitzersandalen doch noch ausgezogen und poliert stattdessen jetzt den Colt. Ich kann also völlig eigenständig und unbeeinflusst den Sieger zum letzten Freitagstexter küren.

Platz 3 erkämpfte sich Pfefferoni mit  „Aufregung umsonst:
Nachdem Superwomen die Umkleide zerlegt hatte, fiel ihr auf, dass die Glitzersandalen eigentlich hervorragend zu ihrem 45er Colt passten.
In Superbaby George brodelte es allerdings um so mehr: Rote Latzhose?“
Mir war bis dato tatsächlich nicht aufgefallen, dass die Dame tatsächlich Glitzersandalen trägt. Wozu also tatsächlich all die Aufregung? (Nicht in meine Richtung zielen bitte und ja ich finde, der Colt glänzt jetzt genügend und braucht nicht weiter geputzt werden!)

Auf Platz 2 hebe ich denChristoph mit „Mama lässt’s mal wieder krachen.“
(Nein nicht jetzt krachen, autsch, jetzt ist es doch passiert. Was sollen die Nachbarn von uns denken. Und das Loch in der Decke – da kriegen wir die Kaution ja wohl nie wieder.)

Nun aber zum Objekt Eurer Begierde, zum Platz 1, zum Pokal:

 

 

 

 

Platz 1 und damit die Verpflichtung zur Fortführung dieses Spektakels verleihe ich hiermit feierlich an (NICHT ENTSICHERN – LEG DAS TEIL WEG!)

Tadaaa:

Karo-Tina Aldente für Ihren Kommentar:

„Sie denkt: Wenn ich abdrücke rennen sie los.
Das Kind in der roten Hose denkt: Wenn Sie abdrückt, lasse ich mich fallen.
Das Kind in der blauen Hose denkt: Meine Hose ist zu eng und die Sandalen sind zu klein, hoffentlich erwartet sie nicht, dass ich losrenne, wenn sie abdrückt.“

Denn manchmal ist es nämlich ganz anders als man denkt!

Liebe Karo-Tina, hier ist Dein Applaus:

Applaus

Applaus

 

 

 

 

 

 

 

Hier entlang geht es also zum:

 

 

Auf ein Neues!

(Nein, ich diskutiere NICHT mit Dir, es war MEINE Entscheidung. Nein, auch mit einem rosa Kleidchen wäre die Entscheidung nicht anders ausgefallen! Dann zieh‘ doch die Sandalen wieder an. Und kauf Dir meinetwegen auch ein rosa Kleidchen. Mir egal, Du wirst schon noch ein Kaufhaus finden, wo man Dich noch hereinlässt.)

 

 

 

 

*** Freitagstexter 27. KW 2017 ***

 

Es ist schon nicht leicht, jemanden wie Superwomen im Bekanntenkreis zu haben, da freue ich mich umso mehr und bedanke mich recht herzlich bei Hele (welche mit ihrem Freitagstexter Unterschlupf bei den Prinzessinenreportern fand) dass sie nicht zornig über Superwomen schimpfte, sondern mich stattdessen mit motivierenden Worten zum Freitagstexter für diese Woche bestimmt hat.

Während Superwoman nun also (logischerweise) ohne rosafarbenes Kleidchen vor ihrem Kleiderschrank  schmollt, geht es hier darum, die Tradition des Feitagstexters aufrecht zu erhalten.

Deshalb bekommt Ihr  hier von mir nun folgendes Bild, zu welchem Ihr bitte unter Angabe Eures Namens und Eurer Blogadresse (Damit Ihr im Falle eines Sieges die Tradition weiterführen könnt!) kommentiert, was Euch so einfällt. Wie der Wortmischer in den Freitagstexterregeln so schön formuliert:

„Egal ob kurz oder lang, ob lustig, traurig oder ätzend verletzend. – „Ein Bild. Keine Limits“. „

Alle bis zum Dienstag, den 11.07.2017 um 23:59 Uhr eingehenden Kommentare werden von mir berücksichtigt und von Superwoman einer kritischen Prüfung unterzogen.

Am kommenden Mittwoch dann wird hier feierlich der schönste Kommentar aka Gewinner bekanntgegeben.

Nun an die Tastaturen, meine Lieben. Auf die Plätze, fertig los . . .

Bild gefunden bei: geheugenvannederland.nl

Und ich muss erst einmal gucken, was sich Superwoman dahinten in den Bart brummelt. Das klingt doch schon wieder bedenklich . . .

*** Ein Tag im Leben von Superwomen ***

Es war einer dieser Tage. Sie wusste es schon beim Aufwachen. Die leichte Anspannung, dieses Flattern im Bizeps, wie immer wenn der letzte Auftrag ein wenig länger zurücklag. Diese Untätigkeit legte sich wie Schmirgelpapier auf jede einzelne ihrer Nerven. Wenn nicht bald etwas passierte, würde etwas passieren. Soviel war sicher. Wo waren, verdammt nochmal, die Probleme dieser Welt geblieben? Sie schüttelte das Unwohlsein mit einem Zucken der Schultern ab. 

Also würde es ersteinmal Frühstück geben. Nach einem Blick auf die Uhr seufzte sie, entschied sich gegen Brandy und setzte Kaffeewasser auf. Im Vorbeigehen stupste sie den auf der Küchenarbeitsplatte liegenden, als Fittnessarmband getarnten Notfallmelder an. Er rührte sich nicht. Ein erneuter Blick zur Uhr und sie füllte Kaffeepulver in die Tasse.

Dann würde sie eben ersteinmal durch die Post gehen. Verächtlich schob sie Strom- und Gasrechnung beiseite. Da rettete man wiederholt die Welt vor Bösewichtern und dem Untergang und wird trotzdem mit solchen Banalitäten belästigt. Früher hatte sich ja immer Jonathan darum gekümmert. Aber dem war sie auf einmal zu neurotisch, reagierte zu impulsiv, war nicht zu durchschauen.
Blödmann.
Egal.
Sie ignorierte das Zucken in ihrem linken Augenlid, stöberte weiter in der Post und griff nach einem rosafarbenen Umschlag. Rosa! Wer benutzt den heutzutage noch rosafarbene Umschläge? Neugierig wendete sie den Umschlag um den Absender zu lesen. Kein Absender – kopfschüttelnd öffnete sie den Brief – zog scharf geräuschvoll die Luft ein und vergaß das Ausatmen. 
Laurie!
Laurie, dieses Miststück, kündigte Ihre Hochzeit an. Kündigte diese nicht nur an sondern lud sie auch noch ein. Zu ihrer Hochzeit mit Jonathan. 
Eine kleine Welle Wut über diese Arroganz schwappte über ihr zusammen, kochte in ihren Ohren. Sie zwang sich langsam und konzentriert auszuatmen. Langsam und ruhig. Langsam und ruhig. Und noch einmal. Langsam und ruhig. Das Rot aus ihrem Augenwinkel verschwand. 

Mit einem leisen Fluch auf die Konventionen ignorierte sie die Uhrzeit und goss sich einen Brandy ein. Einen doppelten. Egal. 

Was sollte sie tun? Vernünftig sein? Freundlich? Tolerant? Vergebend? Oder zornig? Frustriert? Rächend?
Sie goss sich noch einen Kaffee ein, der Appetit auf Frühstück war ihr vergangen. Ach was, sagte sie sich, sie würde hingehen, schon allein aus Trotz. Und sie würde sich amüsieren. Schon allein deswegen, weil niemand damit rechnete, dass sie tatsächlich kommen würde. Ein Gedanke blitzte auf und brachte sie zum Lächeln. Sie nahm die Einladungskarte in die Hand und wusste, es gab nur eine Chance. Ihr Kleid musste rosa sein. Rosafarben wie diese Einladungskarte. 
Leider beherbergte ihr Kleiderschrank kein rosafarbenes Kleid. Wohl oder übel musste sie eines kaufen. Kurz checkte sie ihr verbleibendes Budget für diesen Monat. Es war eine verdammte Schande, mit wie wenig Geld sie im Monat auskommen musste. Aber langsam wurde der Superheldenmarkt unübersichtlich. Man musste schon wirklich gut sein, um noch aufzufallen und positive Publicity zu bekommen. Die wirklich guten Aufträge gingen leider immer wieder an die Männer.
Jedenfalls würde der Kleiderkauf sie ein wenig ablenken. Und so lange ihr Notfallmelder sich nicht rührte war es sogar halbwegs sinnvoll verbrachte Zeit. 
Aber eigentlich hasste sie Kaufhäuser. Hasste den Tand, die Verblendung, die Verschwendung, die uneinlösbaren Versprechungen, das freundliche Lächeln der Verkäuferinnen. Oh wie inbrünstig hasste sie dieses unsagbar freundlich verständnisvolle wie in Stein gemeißelte Kundenlächeln der Verkäuferinnen, welches sich schon im Wegdrehen verflüchtigte. 
Sie ignorierte das Flattern in den Oberarmen, die leicht pochende Anspannung hinter ihren Augen und bat eine dieser freundlichen (ha!) Verkäuferinnen um ein ärmelloses Kleid in rosa und in L. Oder M. M könnte auch gehen. Nur den Optimismus nicht verlieren. 
Die Verkäuferin beäugte sie einmal von oben bis unten und fragte ‚L?‘

Ja bitte, antwortete sie. L! Was glaubte die denn, wie soll man denn bitte Kinder, Frauen und sogar Männer aus brennenden Hochhäusern oder von sinkenden Schiffen retten, ohne Muskeln zu haben? Ohne Kraft? Ohne kräftigen Körperbau? 
Im Weggehen nuschelte die Verkäuferin irgendetwas von ‚mehrere Größen‘ und irgendwas mit ‚X‘. 
Das Pulsieren hinter ihren Augen nahm zu aber sie zwang sich zur Ruhe. Sie konnte das schaffen. 
Die Verkäuferin brachte ihr ein rosafarbenes, ärmelloses Spitzenkleid. Allerdings in XL und murmelte irgendetwas von ‚unterschiedlich ausfallen‘ und lächelte sie freundlich an.
Schnell zog sie den Vorhang zu und begutachtete das Kleid misstrauisch. Ohje. Aber na gut, sie konnte es ja wenigstens mal versuchen.
*

*

*

Hinterher konnte sich Superwomen gar nicht erklären was genau eigentlich passiert war. Sie erinnerte sich nur an diese Wut, diese unglaubliche Wut über dieses rosa Trägerkleidchen in XXXS welches nicht über ihre muskolösen Oberschenkel passen wollte. Dieser Zorn, dieser in den Ohren tosende Zorn. Und dann brachte die Verkäuferin auch noch Glitzersandalen . . . 

Foto: Hele via Prinzessinenreporter

*** Für Sie herausgefunden ***

Ich habe eben herausgefunden, dass es keinen Sinn macht, auf der Computertastatur ganz lange auf das ‚s‘ zu drücken. Es erscheint definitiv kein ‚ß‘. Es erscheinen stattdessen ganz viele kleine ‚s‘ auf dem Bildschirm.

Orrrr.

Ich würde sagen: eindeutig handygeschädigt.