*** Große Liebe ***

Wenn ich ja irgend etwas so richtig toll finde und von ganzem Herzen liebe, dann sind das Ringelblumenblüten.


Ringelblumenblüten bringen Sonne in mein Herz und es gibt sie: 

Im Brot: 


Im Brötchen: 


In der Butter: 


Und auch im Tee:


Im Sommer geht es nicht ohne. 😊

*** Wie ich einmal wirklich gar nicht shoppen wollte ***

Es begab sich, dass ich eines Tages zum Zwecke der Verschönerung meines Haupthaares in die große Stadt musste. Bedauerlicherweise war nämlich meine Lieblingsfriseuse nicht mehr verfügbar und ich somit auf der Suche nach einem neuen Friseur. Frauen verstehen das hiermit verbundene Drama und fühlen mit mir. Männer halten jetzt bitte einfach mal die Klappe.

In Vorbereitung des großen Stadtabenteuers sichtete ich sämtliche Einkaufszettel und sonstige Wünsche und siehe da – es waren lediglich noch ein paar Waren des täglichen Bedarfes aus dem Supermarkt mitzubringen. Es würde also ganz einfach werden. 

In die Stadt – zum Friseur (na gut, warten – weil ohne Termin) – dann Supermarkt und wieder ab nach Hause und in’s Büro. 

Ich bräuchte gar nicht shoppen gehen. Keine Veranlassung – kein Bedarf. Das ist ja auch mal schön. Denn shoppen ist nicht schön. Nein! Man hat zu tun mit herablassenden, unfreundlichen, hämischen Verkäuferinnen, wird unendlich bespielt mit nervtötender Musik und wühlt sich durch gräßliche Farben und Schnittmuster in merkwürdigen Größen. Nein, shoppen ist definitiv nicht schön.

Nun.

Nunje.

Da ich nicht auf einen Termin angemeldet war, mir aber nichts destotrotz eine Behandlung als möglich in Aussicht gestellt wurde setzte ich mich mit einem XXXXXL Kaffeebecher und einigen grässlichen Zeitschriften mit Prominews in den Wartebereich. Ich mag jetzt über diese Prominews auch gar nicht reden. Außer eins vielleicht: Die haben ja wohl alle irgendwie ein Ding an der Waffel – oder was? Aber das ist ein anderes Thema.

Während ich also so von Seite zu Seite mit immer größerem Entsetzen blätterte, fiel mein Blick auf die absolut angesagten Styles der Saison. Die ‚das musst Du tragen‘ Tipps. An diesen Seiten blättere ich grundsätzlich umgehend vorbei, schließlich bin ich weder 1,90 m groß ud wiege auch nicht nur 25 kg. Unglücklicherweise fiel mein Blick auf ein Bustier. 

Na und, werdet Ihr sagen, ein ‚Bustier‘ – was soll daran so Besonderes sein? Ganz einfach, das Besondere an einem Bustier ist die Verheißung! Die Verheißung von angenehm gezähmter Freiheit. Die Verheißung von Entspannung. Wenn sich nämlich der Tag dem Ende neigt und man sich endlich aus der gesellschaftlich konformierten Einzwängung seiner Oberweite befreien möchte – dann ist ein Bustier ein sehr, sehr hilfreiches Teil um a) zu verhindern, dass die sekundären Geschlechtsmerkmale irgendwo auf Kniehöhe baumeln und b) trotzdem ein kleines Maß an Entspannung und Wohlgefühl zu gewährleisten. 

Und bevor ich weiterblättern konnte, regte sich in meinen kleinsten und hintersten Gedankengängen so ein winziges ‚Hach, guck mal‘.  

‚Hach guck mal‘ führte dazu, dass ich das Erscheinungsdatum der Zeitschrift prüfte  und außerdem einmal genauer hinschaute, wo es denn dieses Bustier zu erwerben gäbe. Unglücklicherweise war die Zeitschrift nur knapp 3 Wochen alt, es bestand also tatsächlich die Chance, dass dieses Teil nicht schon wieder aus dem Angebot verschwunden war und noch viel schlimmer unglücklicherweise stellte sich heraus, dass genau diese auf weibliche Dessous spezialisierte Kette auch 2 Filialen in der Haupteinkaufsstraße der großen Stadt hat.

Schlimm, schlimm, schlimm.

Ich würde also nicht gleich ins Parkaus gehen, sondern einen winzigen Abstecher zu den Dessous machen, das Bustier schnappen und ab nach Hause. 

Gesagt – getan. Beziehungsweise: gedacht – versucht. Nach mehr oder weniger erfolgreichem Friseurbesuch (die Friseuse würde schon noch lernen, mit meinen Haaren umzugehen – oh gott der Pony!) ging ich zielstrebig in das Dessougeschäft.

Wie.Son.Anfänger!

Heraus kam ich mit 2 Minimizer-BH’s (tolle Farben!) und 2 Slips (Slips gehen immer – so wie Teelichter beim Möbelschweden) aber ohne Bustier. Das gab es nämlich überhaupt gar nicht. Wo nehmen die Ihre Produktempfehlungen her in diesesn blöden Zeitschriften? Orr!

Aus Frust beging ich den folgenschweren Fehler auf dem Rückweg zum Parkhaus in das Schuhgeschäft abzubiegen. Ich hatte zwar gerade vorgestern festgestellt, dass ich gar keinen, ehrlich absolut keinen, also definitiv so was von überhaupt gar keinen Bedarf an irgendwelchen Schuhen habe, aber es würde schon nichts kosten, einmal durch die Regale zu laufen und zu gucken. Nun, um genau zu sein, das Nichts kostete so ziemlich genau 85 Euro, ist wunderschön dunkelblau und hat exakt die Absatzform und -höhe welche ich bedingungslos liebe und bedenkenlos tragen kann. 

 Nun je. 

Aber ich schwöre, ich wollte wirklich überhaupt gar nicht shoppen gehen!

P.S. Zum Glück lag auf dem Rückweg zum Parkhaus kein Buchladen auf dem Weg. Man muss auch mal Glück haben. 

*** Vielleicht keine 12 von 12 ***

Denn erstens kommt es anders, als man zweitens denkt. Das ist immer so. 

Und genau deswegen gibt es heute mal 12 von 12 am 13. und die außerdem auch noch ganz anders. Quasi mal etwas Besonderes. 😉.  Jetzt muss ich nur noch kurz überlegen, wie mein Tag gestern war. Los geht’s.

1.) Pünktlich zum Wochenende kommt das Regenwetter wieder. Na toll! Aus der Traum von der Radtour zur Hansesail.

2.) Aber Kaffee! Kaffee! Es muss schon wirklich ganz, ganz, ganz schlimm kommen, wenn ich den Tag nicht mit einem Kaffee beginne. 

3.) Frühstück. Zum Frühstück gehören frisch gebackene (oder aufgebackene) Brötchen. Das ist Gesetz.

4.) Dann sind die Hühner an der Reihe. Futter, frisches Wasser und ein bisschen Stallhygiene. Und zack – lieben die Viecher mich. So einfach ist das. 

5.) Und weil ich mir aussuchen darf, wann ich wo und wieviel arbeite – suche ich mir bei dem Regenwetter einfach mal mein Büro aus. (Vielleicht liegt es aber auch ganz einfach daran, dass es im Büro immer wieder Spaß macht.)

6.) Dann gibt es irgendwann Mittag. Heute ist der Hausherr Chefkoch. Es gibt Scholle.

7.) Anschließend gönnen wir uns den Luxus in’s Verdauungskoma zu fallen. 

8.) Dann möchte ich noch ein wenig in mein Lieblingsbüro und die dort angefangenen Sachen fertigstellen. Das gibt einfach ein gutes Gefühl. 

9.) Als ich dann endlich aus dem Büro komme, werde ich schon sehnsüchtig von den Enten erwartet. Es ist schließlich schon kurz vor Futterzeit. 

10.) Aber vor unserem Abendbrot ist noch etwas Zeit zu stricken. Jede Reihe zählt.

11.) Für uns gibt es dann heute saisongerecht Tomatensuppe aus eigenen Tomaten. Der ganze Stolz des Hausherren. Lecker!

12.) Und wegen des blöden Regenwetters schauen wir dann auch ganz banal Fernsehen. 

Und dann verschwinden wir auch schon ins Bett. 

Ihr seht – ein völlig unspektakulärer Samstag. 😊

P.S. Ich habe ganz vergessen, Euch zu erzählen, dass ich alle GIFs von giphy.com habe. Entschuldigung bitte. Aber jetzt wisst Ihr das ja. 

*** Wenn eine eine Reise tut . . . ***

Es kostet wahnsinnige Anstrengung 3,5 Stunden diesen Anblick zu ertragen und nicht wie eine spinnerte Alte aufzuspringen und das Problem geradezurücken: 

Es empfiehlt sich, bei der Auswahl des Rollkoffers darauf zu achten, dass dieser sich ganz hervorragend als Abstellfläche für Marzipancroissant und Kaffeebecher eignet. 

Ein Vorteil des Gemeinsamreisens ist, dass man in dringlichen Momenten die Obhut über Koffer und sonstiges Gepäck übertragen kann. Reist man dagegen alleine ist man gezwungen, mit ebendiesem Gepäck in einer kleinen Kabine akrobatische Höchstleistungen zu vollbringen. Worüber ich mich aber bei dieser Gelegenheit freute, war das Fußpedal zum Betätigen der Spülung. Das ersparte unnötigen Handkontakt. (Ohne Foto) Tja, und dann brauchte ich die Hand doch – um nämlich die Tür zu entriegeln und zu öffnen. Seufz.

Ansonsten kann ich über die Bahn gar nicht meckern. Alle Zugverbindungen, welche ich in den vergangenen zwei Wochen hatte, waren nahezu pünktlich. Die Züge sauber, Personal und Mitreisende höflich und freundlich. 

Ich kann gar nicht meckern. 

Hat auch mal was. 

*** Pünktlichkeit ist eine Zier ***

Im Grunde bin ich ein pünktlicher Mensch.

Ah – ja.

Moment, wir müssen kurz warten, bis der Lachanfall meiner Mutter vorbei ist. Ähem – darf ich Dir aufhelfen? Geht’s wieder?

Also gut. Beginne ich halt anders. 

Im Grunde wäre ich sehr gern ein pünktlicher Mensch. 

So ist es besser. 

Also: Im Grunde wäre ich sehr gern ein pünktlicher Mensch, weil ich die Verlässlichkeit von pünktlichen Menschen sehr schätze. Aber ich selber – ich selber kriege das irgendwie nicht hin. Ich bin immer die von der alle sagen: Ach die, die kommt eh‘ später.‘ 

Dabei nehme ich mir immer wieder, bei jedem anstehenden Termin, ganz wie wild vor, pünktlich zu sein. Ich plane sogar die Zeitabläufe. Ehrlich. 

Hör‘ auf zu lachen, menno!

Ich weiß zum Beispiel ganz genau, wann ich spätestens vom Hof muss, um pünktlich zu sein. Sei es bei der Mutter, im Kino oder wo auch immer oder meinetwegen als Beispiel hier bei der Musikschule. 

Ich kenne die konkrete, pünktliche Abfahrtszeit – in Theorie. 

Und dann grätscht mir die Praxis dazwischen. 

Ich stehe also vom Frühstückstisch auf und der Blick auf die Uhr sagt mir: ‚Boah – heute bist Du sooo pünktlich! Noch eine halbe Stunde Zeit bis zur Abfahrt. Alles ist gut.‘

Und noch während ich das denke, schaltet jemand den Zeitraffer an. Ungelogen.

Ich muss doch noch das Frühstücksgeschirr wegräumen und selbstverständlich gründlich in’s Bad, muss noch schnell die Flaschen für den Container einpacken und noch schnell dies und noch schnell das und dann ist es plötzlich 08:30 und ich habe noch nicht einmal das Saxophon bereitgestellt. Geschweige denn die Noten in der Tasche. 

Theoretisch müsste ich mich ja jetzt schon auf dem Weg zum Auto sein. 

Also noch schell das Saxophon und die Noten zum Auto, noch schnell Antischwitz unter die Arme, Duft an den Körper, welche Schuhe ziehe ich an und – welche Jacke? Ein  prüfender Blick zum Wetter. Jacke an, ach und noch schnell die Einkaufsliste für den Rückweg abfotografieren. Mist, jetzt hätte ich fast das Containerglas vergessen. Noch schnell den Hausherren ausfindig machen und kurz herzen und drücken zum Abschied und dann sitze ich endlich im Auto und ich weiß, ich hätte vor 10 Minuten losfahren müssen, um pünktlich zu sein.

Und so ist es immer. 

Stehe ich noch früher vom Frühstückstisch auf, so fallen mir garantiert noch viel mehr andere Dinge ein, die ich erledigen MUSS! (Und die ich erledigen kann – denn ich bin ja sooo früh dran.) Ich habe es sogar schon mal geschafft, noch schnell Vanillesoße zu kochen – weil ja schließlich noch genügend Zeit war. Natürlich mit dem Ergebnis, dass ich zwar auf die Minute in die Musikschule gestürmt kam – aber eben nicht mit zusammengebautem und eingeblasenem Instrument. Seufz.

Und so ist es immer! Und wenn ich als allerletztes minutenlang den Autoschlüssel suchen muss. Irgendetwas ist immer. 

Aber ich gebe nicht auf und gebe mir weiter Mühe und vielleicht, vielleicht bin ich ja irgendwann tatsächlich ein pünktlicher Mensch. 

*** Unterwegs ***

Es ist Sommer, es ist Urlaub, ich bin mit dem Kronsohn unterwegs. Es ist SEIN Urlaub. SEINE Zeit und SEINE Ziele.

Folglich lautet der Urlaubsauftrag: Kirchen & Glocken! Natürlich!

Aber alles beginnt mit einer Zugfahrt:

Und dann geht es los: Kirche auf Kirche. Schlag auf Schlag:

Aber auch Pausen sind wichtig. Gerne auch mit Streicheleinheiten: 

Bevor es wieder weitergeht: 

Aber ich habe auch noch ganz andere Bauten gefunden. Die haben hier ja vielleicht eine Architektur . . .  


Und dann, ganz plötzlich, sind vier Tage um und wir sind schon wieder auf dem Heimweg. 


Wie die Zeit vergeht. 

*** Bringt Zeit mit . . . ***

. . . sagt der Obstbauer und: es ist nicht wie letztes Jahr. Es sind weniger Kirschen und das Wetter ist zu kalt, sie reifen so langsam, dass die Stare sich an die Schreckschussböller gewöhnen und einen Großteil der ohnehin mageren Ernte fressen. Pflückt auch ruhig die helleren Kirschen, die reifen nach, denn wenn es jetzt wieder regnet, dann platzen die Kirschen nur und sind ohnehin verloren. Ein schlechtes Obstjahr. 

Er seufzt. Wir machen uns auf den Weg durch die Plantage zu unseren Lieblingskirschbäumen. 

Dann gibt es von unten tatsächlich keine reifen Kirschen zu pflücken, wir müssen wirklich für jede einzelne Kirsche auf die bereitgestellten Leitern klettern. Dazu kommt, dass wie angekündigt sehr wenige Kirschen hängen und davon noch weniger so reif, wie wir sie gerne hätten. Also pflücken wir 10 – 15 Kirschen, steigen von der Leiter, stellen diese um und steigen erneut nach oben. 

Es ist mühsam. Aber mit der Zeit füllen sich die Eimer. 


Zwischendurch, der Hausherr ist einmal ganz nach oben geklettert ruft er: ‚Hey – hier oben sind die sogar schon mal so reif, dass man auch mal naschen kann.‘ Ein Bäuerchen zeigt an, dass die Möglichkeit nicht ungenutzt verstrichen ist.

Sogar ich krabbele in todesmutige Höhen, 5 manchmal sogar 6 Stufen die Leiter hoch. Auch hier hängen schon ganz passable Exemplare und auch mein Eimerchen füllt sich. Und auch ich bringe es zwischenzeitlich auf respektierliche Bäuerchen. 

Nach zwei Stunden dann befinden wir das Pflückergebnis für ausreichend und machen uns auf den Heimweg. Wir werden Kompott einwecken und natürlich weiterhin jede Menge Kirschen essen. 

Morgens, mittags, abends – den ganzen lieben langen Tag. Es ist schließlich Kirschenzeit.

Guten Appetit.