*** 12 von 12 im Dezember 2017 ***

Der Wecker klingelt und ich sortiere mich innerlich auf Dienstag. Ok. Ich muss wohl aufstehen. Wäre ja auch sonst blöd gewesen, den Wecker zu stellen. Die erste Amtshandlung des Tages:

1.) Gemütlichlicht an.

Danach wird sofort der Ofen geheizt während uns der Hausherr den wichtigsten Kaffee des Tages kocht.

2.) Es soll heute abend schließlich warm sein.

Nachdem wir fix Frühstück gegessen haben bekommen auch die Hühnervögel ihr Futter.

3.) Wie blöd ist das denn – warum tut sie das Futter nicht einfach in den Trog wie sonst auch?

Oh Gott, wie spät ist es denn jetzt schon? Ich muss doch zum Saxophonunterricht! Aber vorher noch ins Bad. Und das noch und das noch und das auch noch. Seufz.

4.) Heute liefere ich die Glanzleistung schlechthin: ich komme 15 (!) Minuten zu spät. Das geht so nicht weiter.

Nach dem (leider sehr kurzen) Unterricht geht es in die Stadt auf die Jagd nach Weihnachtsgeschenken.

5.) Leider will ich keinen Drachen und das, was ich suche, hat Wupatki nicht. Mist.

Eigentlich will ich ja außer ein paar Kleinigkeiten nichts weiter einkaufen. Es ist nur erstaunlich, wie entsetzlich lange es dauern kann, nichts einzukaufen. Der Parkautomat rechnet 1,5 Stunden hab.

6.) Die liebevoll vom Hausherrn aufgeschnittenen und mitbefohlenen Äpfel retten mich vor dem Hungertod.

Auf dem Rückweg noch schnell einen Weihnachtsgrußaushang aufhängen, Gaszähler ablesen und dann nichts wie ab zu den Eltern.

7.) Mietze hat wohl gerade Futter bekommen. Sie bettelt mich gar nicht an.

Dann noch schnell in den Lebensmittelladen. Mehl, Quark, Butter, Gänseschmalz, Apfelsinen, Mandarinen und Rotkohl füllen den Kofferraum. Dann aber nach Hause.

8.) Uff, gerade rechtzeitig zur Kaffeezeit.

Nebenher stricke ich vorsichtig. Vorsichtig deshalb, weil ich gestern zum Kampfstricken übergegangen bin (keine zwei Wochen mehr!) und das haben mir rechter Ellenbogen und rechtes Handgelenk übel genommen.

9.) Wo komme ich denn da hin, wenn ich heute wegen so ein paar blöder Schmerzen nicht stricke? Dann ist ja mein ganzer Erfolg von gestern futsch!

Aber dann brauche ich doch eine Pause. Nach nur 8 Reihen. Menno!

10.) Da bietet sich als Lückenfüller doch perfekt Abendbrot an. Heute: Tomatensuppe. Nomnomnom.

Anschließend stricke ich zwar noch weiter, aber mit wenig Elan. Als ich meine geplante Reihenanzahl fertiggestrickt habe, lege ich das Strickzeug beiseite und schmiere mir Murmeltiersalbe auf den rechten Arm. Jetzt rieche ich wie . . . ich weiß gar nicht wie ich das beschreiben soll? Egal, vergesst es.

11.) Als letztes Vorhaben (weil Stricken nicht mehr geht) koche ich schon mal einen Teil der Nachspeise für die nächsten Tage: Rote Grütze.

Und dann bleibt mir nur noch das Schreiben dieses Beitrages. Aber auch das strapaziert das rechte Handgelenk. Deswegen ist dann hier jetzt auch Schluss.

12.) Noch schnell den Blogbeitrag aufarbeiten:

Vielen Dank für’s Reinschauen, ganz viele andere machen ja auch bei 12 von 12 mit, und die findet Ihr wie immer bei Caro.

Advertisements

*** WMDEDGT 2017-12-05 ***

Der erste Gedanke nach dem morgendlichen Weckerklingeln sortiert in letzter Zeit ziemlich häufig die Wochentage. Welcher ist heute? Der Zeiger bleibt bei Dienstag stehen. Oh – Dienstag! Das heißt Musikschule und, ach Mist, ich muss außerdem heute auch noch vorher Haare waschen. Also habe ich keine Zeit zu verkaspern. Wecker aus und hoch und ab ins Bad.

Wenig später habe ich ein Handtuch auf dem Kopf und das Holz aus dem Keller geholt. Der Ofen wird geheizt während der Hausherr einen herrlich heißen GutenMorgenKaffee reicht.

Während der Ofen sich auf Betriebstemperatur arbeitet essen wir Frühstück und hören dabei draußen den Krankenwagen fahren. Kurze Zeit später die Sirene und dann auch noch die Feuerwehr. ‚Klingt nach Verkehrsunfall.‘ sage ich zum Hausherren. ‚Klingt nach Vollsperrung.‘ seufzt er. ‚Hoffentlich nicht unsere Strecke.‘ Hoffen wir beide.

Nun noch schnell die Hühner füttern, den Stall putzen, alle Sachen, die ich über den Tag brauchen (und erledigen) will ins Auto tun und dann ab. Ach stimmt ja, tanken muss ich auch noch, sonst komme ich heute nicht weit. Aber dann nix wie los, ich will ja schließlich pünktlich beim Unterricht sein.

Aber natürlich komme ich nicht pünktlich, denn es ist eine Vollsperrung und zwar genau auf meiner Strecke. Ich verkneife mir ein gereiztes Meckern, denn ich muss daran denken, dass es mir gut geht, was man von dem Fahrer des Ziehharmonikaautos dort an dem Baum wahrscheinlich nicht sagen kann. Also stattdessen ein kleines Dankeschön ans Universum und rauf auf die Umleitung.

Trotzdem komme ich glücklicherweise nicht viel zu spät zum Unterricht, welcher dann aber natürlich viel zu früh zu Ende ist.

Im Anschluss erledige ich noch ein paar Besorgungen in der Stadt (Kaffee!!) und mache auf dem Weg zu meinen Eltern noch einen kleinen Umweg um ihnen die bestellten Fotobücher abzuholen. Dann kurz einen Boxenstopp beim Gemüsehändler unseres Vertrauens, welcher nach zwei Wochen Urlaub endlich wieder offen ist. Es ist eine herrlich fröhliche Stimmung im Laden, alle beglückwünschen die Inhaberin zu ihrem erholten Aussehen. Ich kaufe Apfelsinen, Mandarinen, Zwiebeln, Ingwer und so Kram.

Je zwei Apfelsinen und Mandarinen lasse ich dann als kleines Mitbringsel bei meinen Eltern, wo ich mit einem leckeren Mittagessen verwöhnt werde. Anschließend schwatzen wir und trinken Tee, bevor es ans Eingemachte geht. Der Vater und ich wollen ein Musikstück gemeinsam spielen und dazu gehört Übung. Also zücke ich mein Saxophon, der Vater seine Geige und dann geht es ‚Yesterday‘ von den Beatles an den Kragen. Die Mutter sitzt dabei und hört tapfer zu.

Nach der Verabschiedung muss ich in einem Vermietungsobjekt noch den Aushang mit dem Ablesetermin anbringen, dann von einem Kunden Unterlagen abholen. Dort kommen wir ins Schwätzen, was dazu führt, dass ich meine Handtasche dort vergesse. – Was ich aber erst merke, als ich beim famila anhalte. Ich beiße sanft ins Lenkrad (orrr) und fahre noch einmal durch die Stadt zurück zum Kunden.

Dann aber nix wie nach Hause. Obwohl halt stopp, lieber doch noch das Autochen durch die Waschanlage fahren. Die Umleitung heute früh hat ihm eine bemerkenswerte braune Schlammkruste verpasst.

Irgendwann bin ich dann zu Hause. Gerade noch rechtzeitig um gemeinsam mit dem Hausherren einen Kaffee zu trinken, bevor ich mir einen Teil der Apfelsinen schnappe und diese schäle und klein schneide. Da die ApfelsinenMöhrenmarmelade nicht wirklich gegessen wird, wird sie aufgepeppt. In diesem Haus werden keine Lebensmittel weggeschmissen – sie werden aufgepeppt! Zu diesem Zweck habe ich (noch in Dänemark) zwei weitere Marmeladen gekauft, die jetzt mit in den Topf wandern. Und diese ungrliebte Ingwermarmelade auch. Der Hausherr seufzt aber hilft tapfer, die 16 Gläser Marmelade abzufüllen.

Zwischendurch gibt es noch ein Miniabendbrot, damit wir nicht vor Entkräftung umfallen. Es gab ja schließlich erst 17:00 Stollen und Kekse. Ach ja.

Dann brauche ich nur noch die vom Keksebacken übriggebliebenen vier Eiweiße zu Kokosmakronen aufzupeppen und dann bin ich mit meinem Tagespensum auch schon fast fertig. Ein winziges bisschen Improvisation ist nötig, denn ich habe (keine Ahnung wieso) tatsächlich keinen Quark im Haus. Also muss ich den benötigten Quark vortäuschen. Das erledige ich kurzerhand mit Joghurt und Schmand und keiner merkt es.

Und plötzlich ist es 22:00 und ich wundere mich nur, wie dieser Tag heute in einem kurzen Wusch an mir vorbeigezogen ist. Trotzdem stricke ich noch schnell zwei Reihen an dem Pullover. Hauptsächlich, damit ich heute nicht nicht gestrickt habe.

Aber dann fallen mir bei den letzten Maschen schon fast die Augen zu und ich schaffe es gerade noch rechtzeitig ins Bett. Ganz kurz beginne ich zu überlegen, was morgen auf dem Programm steht. Ach ja, morgen muss ich ganz unbedingt die B . . .

Ch ch ch ch . . .

Pssst, leise bitte. Wenn ihr jetzt geht, um bei Frau Brüllen zu schauen, wie andere so den 05.12. verbracht haben, schließt bitte leise die Tür, um mich nicht zu wecken.

*** Dänisch für Anfänger ***

Gulerod ?

Für den Fall, dass man zu faul ist, im Laden das Internetz zu bemühen, um herauszufinden, was ‚Gulerod‘ bedeutet, und man sich stattdessen freut, dass die Apfelsinenmarmelade so schön orange ist, dann kann es schon mal passieren, dass man Mohrrüben in der Marmelade hat.

Gulerod = Mohrrübe

Zur Not hilft auch Bildchen genau angucken.

(Erstaunlicherweise schmeckt das gar nicht mal so unlecker.)

*** Gegen das Novembergrau – 30 – Urlaub 6 ***

Weißt Du, sage ich zum Hausherren, während mein Blick auf der Wettervorhersage hängt. Weißt Du, sage ich, das Wetter soll hier schlechter werden. Und zu Hause zwei schöne Tage geben. 

Hmmm. Sagt der Hausherr und: Eigentlich haben wir doch alles getan, was wir im Urlaub so tun wollten? Wir sind am Strand gewandert und gelaufen.

Das stimmt, entgegne ich. Und wir waren in mehreren Angelläden und Du hast alles bekommen was Du wolltest. Sogar das Fischernetz.

Richtig! Jetzt leuchten die Augen des Hausherren vor Glück. Und wir haben frischen Fisch gegessen – auch mehrmals. Nur keinen Hummer!

Na gut, sage ich, dafür können wir aber nichts. Der Laden hatte zu. Und wir haben am Kamin geruht und gelesen und gestrickt. Magst Du noch einmal in die Sauna? 

Ach was, antwortet der Hausherr, da war ich auch genug und es ist jetzt außerdem auch ausreichend warm hier. (Da müssen wir beide grinsen, denn das Hüttchen mittels Kamin auf 27 Grad Celsius hoch zu heizen ist schon keine schlechte Leistung.)

Der Hausherr und ich schauen uns an und nicken und so kommt es, dass am nächsten Morgen um 07:00 Uhr der Wecker klingelt und wir zum ersten Kaffee schon mit Taschen packen beschäftigt sind. Kurz nach Öffnungszeit des Vermietungsbüros geben wir Schlüssel und Wäsche ab und machen uns auf die 500 km lange Heimreise.

Noch einmal halten wir kurz bei den rastenden Nonnengänsen und dann rollen wir los. 


Tschüss, bis zum nächsten Mal, liebe Bageri mit all deinem leckeren Kage, tschüss liebe Solbærmarmelade, lieber Familie-Pakke Budding Vaniljesmag, tschüss lieber frisk Fisk. Ich werde dich vermissen, lieber Dagli` Brugsen . . . 

Ist ja gut, ist ja gut, sagt der Hausherr. Du kannst aufhören, wir kommen ja wieder her! 

Tak Danmark!

*** Gegen das Novembergrau – Urlaub 5 ***

Dieser Urlaub ist so erholsam – wir gewöhnen uns glatt noch das Langschläfertum an. Erst um 09:15 kommen wir aus dem Bett. Sowas aber auch. 

Und trotzdem: Weil es gestern so gut geklappt hat, machen wir das mit dem Laufen heute gleich noch einmal. Das muss sein. 

Zum Glück spielt das Wetter ein bisschen besser mit. 

Das Meer begleitet uns mit seinem Rauschen.


Unermüdlich schlagen die Wellen ans Ufer. Ich kann gar nicht genug bekommen vom Meer. Deswegen sind wir ja auch schließlich hier. Immer wieder bleibe ich stehen und fotografiere. 

Trotzdem ist der Lauf irgendwann zu Ende und nachdem wir einen Minieinkauf absolviert haben verlömern wir den restlichen Tag mit lesen und stricken am Kamin. 

Draußen wird das Wetter inzwischen leicht gruselig. Der Wind nimmt zu und treibt Wolken feines salzigen Nieselregens an die Fenster. 
Wir beginnen ganz langsam nach dem Wetter in der Heimat zu schielen . . . 

Aber ich schreibe erst einmal die obligatorischen Postkarten.

*** Gegen das Novembergrau – Urlaub 4 ***

Für heute hatten wir uns sportliche Betätigung vorgenommen. Es gibt zwar tausend Dinge, die ich lieber täte (z.Bsp. eine ganze Stunde regungslos aus dem Fenster schauen), aber beschlossen ist beschlossen. Und dann ist noch nicht mal der Himmel schön und wir laufen in Richtung Ende der Welt: (noch vor dem Frühstück!)


Aber das Meer ist da und rauscht beruhigend neben uns her. 


Was soll also alles Jammern? Augen zu, Pobacken anspannen und durch. 

Natürlich überlebe ich es und wir genießen anschließend unser hart erarbeitetes Frühstück, bevor es aus dem Hüttchen geht.

In Ringkœbing haben wir dann  ein Stückchen ziemlich ehrliche, unverblümte Gesellschaftskritik gefunden: 


Da kann man gar nicht genug drüber nachdenken und reden! 

Dort habe ich mich auch ganz spontan verliebt: 


(Paul wohnt jetzt bei uns.)

Und zum Abendbrot gibt es Lengfilet und Jacobsmuschelmedaillons in Butter gebraten an Sauvignon Blanc und Vanillepudding mit Früchten der falschen Saison.


Ein guter Tag!

*** Gegen das Novembergrau – Urlaub 3 ***

Man kann zum Beispiel auch ein Leuchten in den Tag bringen, indem man als Wunscherfüller fungiert.

Deswegen habe ich heute dem Hausherren einen Wunsch erfüllt. Er durfte so lange und so ausführlich wie er es selber wollte im Angelladen stöbern. Und zwar ohne dass ich drängele und genervt bin. (Auch wenn in den Weiten des Internetzes das Gerücht existiert, wir würden hier nur rumgammeln (*), das tun wir NICHT! denn als Frau in einem Angelladen nicht gelangweilt sondern entspannt zu sein, ist harte, sehr harte Arbeit!)

Ich jedenfalls habe mein Langeweileproblem schlicht und ergreifend damit gelöst, dass ich mich mit meinem Strickzeug ganz einfach auf einen bequemen Stuhl gesetzt habe und tiefenentspannt vor mich hin gestrickt habe. Und auch über mein Gesicht huschte dann ein Lächeln, als nämlich der Verkäufer anbot, mir einen Kaffee zu bringen.

So geht das!


Der Hausherr hat zwar nicht alles bekommen, was er sich gewünscht hat. Aber das stand nun einmal nicht in meiner Macht.

Dafür haben wir aber auf dem Weg richtig viele Nonnengänse zu sehen bekommen! Ich musste sogar verkehrswidrig anhalten, damit wir uns von Herzen an diesen Federviechern erfreuen konnten. (Wir sind nicht ausgestiegen!)

(*) Pfui schäme Dich, Herr Strempfer, Kinderarbeit!