*** Pro Fortschritt ***

Es folgt ein glühendes Plädoyer für den dringend notwendigen Fortschritt auf deutschen Straßen.

Was ich mir dringend wünsche und herbeisehne sind eine absolute und ohne Ausnahme geltende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 km/h auf allen deutschen Autobahnen und maximal 80 km/h auf Landstraßen. Aber was ich mir noch viel mehr wünsche und herbeisehne, was ich als noch viel wichtiger empfinde sind: selbstfahrende Autos. Ich wünsche mir selbstfahrende Autos. Nein, falsch, richtiger wäre:

ICH WILL SELBSTFAHRENDE AUTOS!

Nachdem man nämlich an einem Tag knapp 1.000 km auf deutschen Straßen / Autobahnen verbracht hat, kann es einfach nichts Verlockenderes geben.

Stellt Euch vor, Ihr steigt ins Auto, programmiert das Ziel und es geht los . . .

Ihr lehnt Euch zurück, macht die Augen zu und das Auto macht den Rest. Die Fahrstrecke wird in gleichmäßig harmonischer Geschwindigkeit absolviert. Verkehrsschilder werden erkannt und berücksichtigt. Es gibt keine rasenden Idioten, die meinen, mit 200 km/h auf der Überholspur gehöre ihnen die Welt.

Gleichmäßiges Fahren bei 130 km/h wäre auch spritsparender. Stellt Euch mal vor, was man mit allen den gesparten Kraftstoffen stattdessen tun könnte. Und spritsparender bedeutet selbstverständlich auch, dass weniger Abgase die Umwelt verpesten.

Von den geschonten Nerven ganz zu schweigen.

Selbstfahrende Autos würden die Anzahl der Unfälle und die das damit verbundene menschliche, materielle und finanzielle Leid auf ein Minimum reduzieren. Der gesunkene Materialverbrauch würde die Umwelt entlasten.

Selbstfahrende Autos würden Jugendliche mitten in der Nacht heil und gesund von der Disco nach Hause bringen.

Selbstfahrende Autos würden ihre Fahrgäste entspannt lächelnd ohne verspannte Lenkradhaltung am Zielort abladen. Man könnte während der Fahrt schwatzen, lesen, Filme schauen oder sogar: schlafen!

Selbstfahrende Autos könnten so intelligent programmiert sein, dass sie bei hohem Verkehrsaufkommen die Geschwindigkeit entsprechend anpassen, um auf diesem Wege die Staugefahr zu verringern. Somit könnten selbstfahrende Autos auch die Fahrzeiten reduzieren helfen.

ICH WILL SELBSTFAHRENDE AUTOS!

Und außerdem bekommt man dann auch keine Bußgeldbescheide mehr, nur weil man so ein verschxxxxxnes Geschwindigkeitsbegrenzungsschild auf der Autobahn übersehen hat.

Und dann müsste man nicht sein halbes Bankkonto an den Staat überweisen, hätte keine Millionen Punkte in Flensburg und vom Fahrverbot ganz zu schweigen.

Menno!

*** Verbesserungsvorschlag ***

Ganz kurz eine Notiz für mich, eine Erinnerung für die nächste Hanse Sail.

Hanse Sail!

Hanse Sail in Rostock ist ja das Ereignis, wo es im gesamten Stadtgebiet keinen Parkplatz mehr gibt und wo außerdem in der Stadt auf einen Quadratmeter fünf Touristen kommen und im Hafen doppelt so viele. Und alle kommen wegen der Schiffe.

Also die Schiffe!

Hach – die Schiffe sind ja der einzige Grund, warum wir uns (in Abständen) doch immer wieder mal dieses maritime Großereignis antun.

Eine Lösung des Parkplatzproblemes haben wir auch – wir fahren nämlich einfach mit dem Rad hin. Sind ja auch nur 19 Kilometer, eine Tour. Aber was tut man nicht alles für diese wunderschönen Schiffe.

Apropos Schiffe.

Es ist prinzipiell und absolut eine supertolle Idee VORMITTAGS bei der Hanse Sail zu sein. Dann sind es noch nicht ganz so viele Menschen, das Geschiebegedrängelgeschubse hält sich also in Grenzen. Und alle die Fress- und Kauf- und Animierbüdchen sind aber schon in Betrieb. Sehr schön. 

Das einzige, was jetzt zum Glück noch fehlt, sind – richtig – die Schiffe. Denn die fahren ja alle schon um 10:00 mit den Tagesgästen aus dem Hafen. Und dann ist nicht eben viel mit Schiffegucken im Hafen. 

So leer nämlich:

  
Und deswegen jetzt mein Verbesserungsvorschlag an mich für das nächste Jahr: 

Schon deutlich (!) vor 10:00 im Hafen sein – dann klappt das auch mit den Schiffen.

Hach ja.

*** Käsefüße ***

Nein, es geht hier jetzt nicht um Körperhygiene. Es wird wesentlich leckerer. Sie brauchen also nicht panisch weiterklicken. Es bleibt angenehm. 

Glücklicherweise ist es nämlich so, dass man in diesem Internetz nicht nur grässliches sondern auch jede Menge schönes Zeugs findet. 

Aber gehen wir zeitlich ein kleines Stück zurück . . . 

Weißt Du, Frau, sprach der Hausherr (zum wiederholten Male), es wäre schön, wenn man so abends zum Gläschen Wein etwas ganz kleines, ganz leichtes zum knabbern hätte. 

Der Grund, warum bei diesem Satz bisher immer meine beiden Ohren zum Einsatz kamen (eines für rein und das andere für raus) war ganz einfach der, dass ich wusste, ich bräuchte dem Hausherren nicht mit irgendwelchen gekauften Wasauchimmer kommen. Es sollte doch bitte selbstgemacht sein. Und bio und lecker und am besten ohne Kalorien. So weit so gut und so realitätsfern. Deshalb kamen also regelmäßig meine zwei Ohren zum Einsatz. 

Allerdings ist der Hausherr nicht umsonst schon seit – ähem – Millionen von Jahren mit mir verheiratet. Da er mich folglich schon ziemlich gut kennt wusste er, er brauchte diese Anforderung nur häufig genug wiederholen und irgendwann würde der stete Tropfen den Stein schon höhlen.

Seufz.

Und dann rettete mich ganz schlicht und ergreifend das große weite Internet. Und zwar als ich glücklicherweise mal wieder auf Wolframs Seite landete. Und da war sie. Die Idee, nach der ich solange gesucht hatte. Da waren sie. Die Käsefüße

Umgehend befreite ich meine (immer vorrätigen) Blätterteigscheiben aus dem Frost und rieb mir voller Vorfreude die Hände.

Und stutzte. Und zögerte. Und fluchte. 

VERDAMMT! Ich hatte keine Großmutter von der ich mir einen Fußformausstecher borgen konnte.

Aber ich wäre ja schließlich nun mal nicht da wo ich jetzt bin, wenn ich mir nicht zu helfen wüsste.

Da der Hausherr begeisterter Angler ist habe ich selbstverständlich eine Fischform als Ausstecher. Tadaaa – Problem gelöst.

Obwohl – nicht ganz. Das Verwenden einer Ausstechform führt ja zu heftig vielen unausstechbaren Resten. Das befand ich für hinreichend doof um auf die Verwendung der Ausstechform zu verzichten. Ich vermanschte die bereits entstandenen Reste zu irgendwelchen Pseudovierecken und entschied mich für den restlichen Teig für die praktische Rautenform.

Und ich entschied mich gegen Käse. Auch wenn ich die Nullkalorienrichtlinie bereits verpeilt hatte (Blätterteig – hahaa-haaa) so musste ich ja nicht auch noch Käse drauf tun. Ich probierte stattdessen Salz, Pfeffer und italienische Kräutermischung.

  
Beim Backen musste ich im Gegensatz zu Wolfram die Backzeit erheblich reduzieren und erhielt trotzdem knusprige Schmackerli.

  
Wenn man diese dann auch noch  hübsch auf einem Teller anrichtet, sehen die ja gleich noch einmal so lecker aus.

  
Da ich außerdem dem Hausherren das Vorhandensein von Kalorien in diesem Naschwerk einfach verschwieg (und er so tat, als ob er nicht von selber drauf kommen würde) fanden wir die Nascherei einfach super gelungen.

Ganz konkret fanden wir sie sogar so super gelungen, dass es diese am folgenden Abend gleich noch einmal gab – als Naschereibewirtung unserer Gäste. 

  
Als ich dann für Euch den letzten verbliebenen Nichtkäsefuß fotografieren wollte, griff der Hausherr zu steckte sich diesen einfach in den Mund. Da konte ich für Euch bloß noch den leeren Teller fotografieren. So kann’s kommen.

  
Danke an Wolfram für diese tolle Idee!

*** 12 von 12 im August 2016 ***

Bevor es hier zu ruhig wird . . . und ich ganz aus dem Schreiben rauskomme . . . gibt es zum Glück einen kleinen Rahmen, an welchem man sich festhalten kann.

12 Bilder des Tages am 12ten des Monats. So einfach ist das.

1. Der Wecker klingelt und noch bevor ich richtig wach bin stehe ich schon in der Küche und schiebe die Brötchen in den Ofen. Es ist zwar erst Freitag, aber Sonntagsbrötchen gehen immer. Während diese backen trinke ich meinen Erweckungskaffee gemeinsam mit dem Hausherren.

  
2. Nach dem Kaffee und vor dem Frühstück (die Brötchen sind noch nicht soweit) habe ich das außerordentlich große Vergnügen, Mirabellen zu entsteinen. Da das mein eigener Wunsch war, darf ich mich jetzt auch nicht beschweren. Mimimimi.

  
3. Ich unterbreche das Mirabellenmassaker um mit dem Hausherren zu frühstücken. Vorher müssen wir aber noch den Leckerlieimer vor dem Ganter retten. Natürlich erst, nachdem dieser sich eine großzügige Portion einverleibt hat.

  
4. Nun frühstücken wir in herbstlich neblich feuchtem Ambiente im Garten. Es gibt schließlich kein schlechtes Wetter sondern nur schlecht angezogene Menschen. Auch die Natur beginnt sich schon herbstlich zu kleiden.

  
5. Da wir nun satt sind, sind endlich die Hühner an der Reihe. Das wurde aber auch Zeit. Ich werde schon sehnsüchtig erwartet.

  
6. Nun noch schnell Betten machen, Zähne putzen, Krönchen richten und last but not least Tee für das Büro kochen und dann los!

  

7. Im Büro alles wie immer, abarbeiten von Kleinzeugs, dieses und jenes, Postmappe, e-Mails, Bestellungen, Rechnungen – eben alles wie immer. Und manchmal telefoniere ich auch.

  
8. Fast hätte ich das Mittag vergessen. Aber zum Glück habe ich ja den Hausherren der mich daran erinnert. Und außerdem ist es ja wohl auch pupegal, ob man um 12 um 1 oder um halb 2 isst. Oder etwa nicht? Die Pellkartoffeln mit Leinöl und die Zucchini haben sich jedenfalls nicht beschwert.

  
9. Die Mittagspause nutzen wir, um Marmelade zu kochen. Und zwar aus den – richtig – Mirabellen. Aber nicht nur die. Es wird eine Mirabellen-Johannis-Koriander-Marmelade. (Ohne Rum!)

  

10. Da mir Freitag nach eins meine Büromotivation mächtig abhanden gekommen ist (Montag wieder!) fahre ich den Rechner runter und setze mich mit meinem Spielophon gemütlich bei einem Kaffee auf die herbstliche Terasse und bereite schon einmal den nächsten Blogeintrag vor. Boah – bin ich gut.

  
11. Auf einmal (urplötzlich) ist Abendbrotzeit. Ich selbst wäre ja vielleicht gar nicht drauf gekommen, also werde ich von den Enten energisch erinnert. Sie veranstalten eine Großdemo auf der Terasse und verweisen darauf, dass sie schon eeewig (also seit mindestens zwei Stunden) nichts zu fresssen bekommen hätten. Und ob sie denn jetzt endlich etwas bekommen könnten, sonst würden sie nämlich sofort und auf der Stelle verhungern. Nun, verhungernde Enten können ganz schön laut sein. Das hört sich niemand freiwillig an.

 
12. Während der Hausherr unser Abendbrot vorbereitet, backe ich in Windeseile unseren Wochenendkuchen. Einen Mohn-Apfelkuchen mit zuckerreduzierten Streußeln. 

  

Um 20:00 ist die Küche wieder aufgeräumt und ich wasche mir noch schnell die Haare, bevor ich mich mit einem Gläschen Regent an mein Spielophon verkrümele und mir bei der lieben Caro anschaue, wer dort auch noch alles seine 12 von 12 verlinkt hat. Da könnt Ihr ja einfach auch noch nachschauen.
Danke für’s Reinschauen.

*** Sommerferientag ***

Wie ich an einem Sommerferientag im Wald beim Blaubeerenpflücken sagte: ‚Ihr Motivationsvolumen ist aufgebraucht. Ab jetzt pflücken Sie mit reduzierter Motivation.‘ – und niemand lachte.

  
*seufz*

*** Gelernt ***

Ich habe heute Folgendes gelernt:

Wenn man sich morgens im Hühnerstall wundert, dass das Nachtkackbrett nicht – und zwar überhaupt GAR NICHT – vollgekackt ist, man also folglich auch gar nicht saubermachen braucht, dann wird es eher nicht daran liegen, dass die Hühner letzte Nacht mal nicht gekackt haben, sondern eher daran, dass die Hühner sehr wahrscheinlich die Schließzeit der Hühnerklappe verpasst haben – das ist ein Nachteil der Automatik – und somit draußen ohne den Schutz des Hühnerstalles übernachtet haben. 

Und da wir ausgerechnet gestern eben mal ausnahmsweise NICHT kontrolliert haben, konnten wir sie auch nicht manuell in den Stall verfrachten. 

Oohhhmmm.

Als kleine Entschuldigung habe ich beim Pflücken der Sauerkirschen für den ‚Altdeutschen Kirschkuchen‘ heute auf dem Hühnerhof immer mal eine Kirsche runterfallen lassen.

Jetzt haben alle meine Hühner tiefrote Kirschkussmünder.

*** Sie und er und die Musik ***

Sie beschließt, es wäre an der Zeit, mal wieder Saxophon zu üben.

Er legt sich ins Wohnzimmer für ein kurzes Nickerchen.

Sie übt sich quer durch die Ihr bekannten Tonleitern und übt anschließend brav wiederholend die Titel aus dem ersten Lehrbuch. Mal ohne, mal mit Begleitung. Und noch einmal und noch einmal und noch einmal.

Dann beendet sie die Übung und begibt sich ins Wohnzimmer. Als sie dort hereinkommt öffnet der Hausherr die Augen.

‚Oh‘ entschuldigt sie sich ‚Habe ich Dich geweckt?‘

‚Wieso geweckt?‘ fragt er mit einem tiefen Seufzer ‚Ich konnte gar nicht erst einschlafen.‘