*** Sie und Er. In der Küche. ***

Sie steht fröhlich pfeifend in der Küche. Am Herd. Zwiebeln sind glasig angedünstet, mit Spinat aufgefüllt und aufs leckerste abgeschmeckt. Die Kartoffeln köcheln sanft vor sich hin. Es fehlt nur noch eine Kleinigkeit.

Schatz! Ruft sie. Möchtest Du ein Ei oder zwei? Für die Entscheidungsfindung hält sie ihm in jeder ausgestreckten Hand ein Ei entgegen.

Gebraten? Fragt er

Ja, gebraten! Antwortet sie und wedelt erwartungsvoll mit den eihaltenden Händen.

Er überlegt kurz und sagt: Zwei! Ich möchte zwei Eier!

Sie stockt, hört auf zu wedeln, sinniert, guckt die Eier an, dann den Hausherren und sagt: Es ist aber ungesund, soviel Eier zu essen. Und außerdem gibt es ja noch Nachspeise. Sonst wird das nur alles zuviel. Ich mache Dir EIN Ei.

Sprichts und schlägt für jeden ein Ei in die Pfanne.

Entscheidungsfreiheit? Kann sie!

*** Was lange währt ***

Was hab ich überlegt. Oder, um es genauer zu sagen:
Was habe ich ÜBERLEGT!
Gegrübelt.
Nachgedacht.
Sinniert.
Mit mir gekämpft und gerungen.

Soll ich diesen Blog behalten?
Und wenn ja, warum? Und wenn nein, warum nicht?
Hab ich da Lust drauf?
Hab ich genug Ideen?

Und irgendwann merkte ich, dass ich lächelnd dachte, hey – darüber müsste man im Blog schreiben. Und ich merkte, dass ich grimmig dachte, orrr  – das MUSS in den Blog.

Und da wusste ich es ,

JA, ICH WILL!

Also Ihr Lieben, es ist so schön zu sehen, dass Ihr mir die Treue gehalten habt, trotz meiner langen, unerklärten Abstinenz. Ich danke Euch so für Eure lieben Kommentare.

Und jetzt wollen wir mal schauen, was ich Euch alles zu erzählen habe.

*** Demnächst in diesem Theater ***

Mehr Leben! Mehr Spaß! Mehr Freude! Mehr Geschichten! Mehr Blödsinn!

Und: Mehr Schokolade!

Bis demnächst.

Man liest sich.

*** 5! ***

So, nun ist es so weit! Das konnte ja nicht gut gehen. Das musste ja soweit kommen.

Oh je!

Heute, auf den Tag genau nämlich, wird dieser kleine, feine Blog schon unglaubliche 5 (in Worten: Fünf!) Jahre alt. Man glaubt es kaum, wie die Zeit vergeht!

5!

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Dafür haben wir uns alle jetzt aber einen Riesenapplaus verdankt. Danke an alle Folger, Kommentatoren, Klicker und sonstige Besucher.

Applaus

5 Jahre!

Und das ist dann, glaube ich, auch gut so.

 

 

*** Man kann ruhig blöd sein . . . ***

. . . man muss sich nur zu helfen wissen.

Aber der Reihe nach.

Vor einer Weile, als sich der Geburtstag des Schwiegertigers anbahnte, bot ich tragischerweise meine Hilfe an. Ich könne ja einen Kuchen backen. Dieses Chance ließ sich der Schwiegertiger nicht entgehen und wünschte sich prompt eine ‘Rharbarberbaisertorte’.

NA SUPER!

Dazu muss man jetzt Folgendes wissen. Ich versuche und kann ja Vieles. Und von diesem Vielen mache ich auch 80% meiner Meinung nach ziemlich gut. Und von diesen 80% bin ich in ungefähr 30% ziemlich perfekt. Dazu zähle ich zum Beispiel Brot backen. Brot backen, und das behaupte ich mit allem mir zur Verfügung stehenden Stolz, Brot backen kann ich perfekt. Wenn die Männer heutzutage nicht so verflixt schüchtern wären, hätte ich da bestimmt schon einige Heiratsanträge für bekommen . . .

Ähem . . . wo war ich . . . ach so:

Zu den Sachen, von denen ich glaube, dass ich sie gut kann, gehört Kuchen backen. Rührkuchen und Hefekuchen sind hier meine Spezialisierungen.
Und sicherlich habt Ihr es schon gemerkt. Rharbarberbaisertorte ist bisher von mir noch nicht erwähnt worden. Baisertorte habe ich in meinem ganzen Leben bisher nur zwei Mal versucht – und beide Male nicht hinbekommen. Ich habe auch in den fast 20 Jahren, die ich jetzt zu dieser Familie gehöre, nie, aber auch wirklich NIE über Baisertorte geredet.

Und jetzt kommt sie.

Aber wenn ich eines kann, dann kann ich kämpfen. Also sagte ich lächelnd, ohne einen Hauch von Zweifel zuzulassen, zu. Und da hatte ich den Salat.

Ich übte einmal – es misslang – selbstverständlich. Ich druckte mir Rezepte aus dem großen weiten Netz aus und plante für die nächsten 14 Tage eine Dauerbackschule.
Vorher fuhr ich aber dem Kronsohn zuliebe zu einer Freundin. Versprochen ist versprochen. Und, Lemming der ich bin, nahm ich ein paar Stücken vermurkste Baisertorte mit. Nun ist meine Freundin eine, die über solche Unglücke nicht lacht. Mitfühlend teilte sie mir mit, dass ihre Torte heute auch nicht so gelungen wäre . .

Ihr glaubt nicht, was auf dem Tisch stand, als ich ins Wohnzimmer kam – eine perfekte Himbeer-Baisertorte.

Nun, was soll ich lange drumherum reden, der Deal war schnell gemacht. Sie würde für den Geburtstag des Schwiegertigers eine HimbeerBaisertorte backen – und ich im Gegenzug dafür ein Brot für sie.

Perfekt!

Am letzten Freitag erfolgte nun der Austausch der Backwerke! Alle waren glücklich und zufrieden.

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Und gestern nun nahmen wir das Baiserkunstwerk mit zum Geburtstag.
Auf die anerkennenden Blicke der anderen Gäste und den Kommentar des Schwiegertigers ‘Siehst Du, hast Du ja doch hingekriegt!’ antwortete ich wohlüberlegt:

‘Jawohl, und zwar viel cleverer, als Du Dir vorstellen kannst. Der Ingenieur weiß zwar wo es steht – aber der Manager weiß, wer es kann und tut. Ich habe backen lassen und dafür das getan, was ich perfekt kann – nämlich Brot gebacken!’

Tja, die Torte war im Nullkommanix aufgegessen und ich freu mich seit gestern über den Gesichtsausdruck des Schwiegertigers.

Tschakka!

Und ach ja, demnächst lerne ich von meiner Freundin, wie man solch eine Baisertorte perfekt hinbekommt!

*** Tagebuchbloggen 2014-07-05 ***

Samstag. Ha! Heute, du blöder Wecker, hast Du mir gar nix zu sagen. Triumphierend drehe ich mich um 05:45 Uhr auf die andere Seite, wohlwissend, dass niemand 45 Minuten später klingeln wird.
Hach, wat is dat schön!

08:00 schleicht sich der Kronsohn ins Zimmer um zu kontrollieren, ob ich noch atme. ICH.SCHLAFE.NOCH! Werfe ich kurz in seinen Redeschwall. (Das heißt, will ich einwerfen, aber ich murmele es durch geschlossene Lippen, weil selbst meine Mimik noch schläft. Von Lautstärke ganz zu schweigen.)

Aber es ist alles Mist. Ich schlafe nämlich nicht mehr. Na gut, dann stehe ich halt auf. Krieg ich wenigstens einen Kaffee. Mit diesem auf der Hand setze ich mich auf die Terasse und beobachte das Entenvolk. Aus der Tatsache, dass die Entenküken mich nicht vor Hunger anknabbern schlussfolgere ich, dass sie heute schon gefüttert wurden. Braver Hausherr.
Also na gut, dann mache ich jetzt eben das Frühstück für uns alle. Natürlich lasse ich mir dabei vom Kronsohn ausführlich helfen.
Dann frühstücken wir gemütlich im Garten in der Sonne mit Kaffee. Und Kaffee. Und Kaffee.
Dann bekommen die Hühner von mir ihr Futter und außerdem auch den Stall geputzt. Anschließend verschwinde ich mit dem Hausherren in den Himbeeren. Es ist Erntezeit. Eine dreiviertel Stunde später sind sowohl 2 kg gepflückt als auch Frau Spätlese anständig satt. Öörps. Oups – Verzeihung.
Dann schaffe ich es 20 Minuten ein wenig mit meinem Saxophon zu flirten und dann ist auch schon Mittagszeit. Glücklicherweise gibt es heute den Gazpacho-Rest von gestern. Anschließend ein kurzes Verdauungskoma von nur 15 Minuten und dann springe ich ins Bad – mich selber frisch und die Haare schön machen. Anschließend ins Kleid, dann Geschenk und Torte einpacken und zum Schwiegertiger fahren. Geburtstagsrunde! Die nächsten 5 Stunden verbringe ich mit lächeln, lächeln! Immer lächeln! Nun ja. Es gibt lecker Kuchen, anschließend wird gegrillt. Die Temperatur fällt von unanständig heiß auf etwas frisch. Wind kommt auf. Und Regen auch. Links und rechts von uns blitzt und donnert es.
Irgendwann kurz vor Neun verabschieden wir uns und fahren durch eine erfrischte sommerlichgrüne Landschaft nach Hause. Dann treiben wir die blöden Hühnerküken in den Stall. Aus irgendeinem uns völlig unverständlichen Grund geht dieses Pack abends nicht alleine rein. Bisher haben das doch noch immer alle geschafft. Man blickt nicht durch.

Dann beschließe ich, dass dreiviertel Zehn noch nicht zu spät ist, um das Schwesterherz anzurufen. Sie freut sich, ich freue mich auch. Alles gut.

Dann noch einen kleinen Absackerrotwein, dann unter die Dusche – und wenn Ihr das hier lest, dann schlafe ich schon längst. Denn morgen klingelt der Wecker wieder kurz vor Sieben.

Also Ruhe jetzt hier.

P.S. Natürlich haben auch andere Leute Tagesabläufe. Und manche bloggen auch darüber. Nachzulesen hier.

P.P.S. Ich vergaß zwischendurch auch den Haushalt zu erwähnen, wie zum Beispiel den Geschirrspüler ausräumen, Betten machen, Handtücher von der Leine nehmen und zusammenlegen – alles so Dinge, die man mit der linken Hand im Vorbeigehen macht – und wieder vergisst. Aber ich denke, damit könnt Ihr leben – die Richtung stimmt ja halbwegs. :-)

*** Geht doch ***

Na bitte!

Klagte ich vor einer Weile noch über unwillige Schwalben kann ich nun vermelden, dass nach all den (4!) Jahren tatsächlich ein Schwalbenpärchen beim Nestbau auf unserem Hof beobachtet werden kann.

Fasziniert beobachten der Hausherr und ich wie beide Schwälbchen unermüdlich Material für Ihr Nest heranfliegen und sorgfältig verbauen.

Es ist SO SCHÖN!

Blöd ist nur, dass sie das nicht an dem extra für sie vorberbereiteten Schwalbenhüttchen bauen.

Nein!

Sie bauen an UNSEREM Haus. Und sinnigerweise auch noch genau am Schlafzimmerfenster.

Weiß eigentlich jemand von Euch, was für einen Mörderkrach diese Biester frühmorgens um 04:30 Uhr machen?

Aber ein bisschen freuen tun wir uns schon.

Es geht nämlich doch!