*** Volle Kante Sommerzeit ***

Ich bin ja eher nicht so der Gärtner. Ich sitze ja lieber im Büro. Beim Hausherren ist das ziemlich genau andersrum. Das passt also.

Und trotzdem. Und trotzdem passiert es immer wieder. Ich weiß auch nicht, wie genau das immer passiert. Wir rutschen da einfach so rein. Bis eben war alles noch einfach und easy-peasy. Und auf einmal . . .

Und auf einmal ist Ernte und wir sind beide mittendrin. Auch ich. Raus aus dem Büro. Könnt Ihr Euch das vorstellen?

Schon beim Frühstück zählen wir uns gegenseitig auf, was wir heute alles so tun wollen. Zwischen Früchten und Unkraut hetzen wir durch den Garten und in der Küche hin und her. Stachelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen. Nebenbei ein bisschen Büro. Erbsen, Gurken, Erdbeeren, Himbeeren. Nebenbei ein bisschen Büro. Unkraut hier und Unkraut da. Nebenbei ein bisschen Büro. Blumenkohl, Chinakohl, Brokkoli. Nebenbei ein bisschen Büro. Jäten, zupfen und beschneiden hier und dort. Nebenbei ein bisschen Büro.

Wir haben die winterliche Aufstehzeit von 06:30 Uhr ohnehin schon auf 06:00 im Sommer vorverlegt. Und trotzdem ist am Abend die to-do-Liste irgendwie nicht viel kürzer geworden. Und unsere letzten Worte vor’m Einschlafen sind häufig nur ‚morgen . . .‘

Da trifft es sich doch perfekt, dass der Kronsohn sich sein Ferientaschengeld beim Bauern am Ort verdient. Bei einem Arbeitsbeginn von 06:00 und damit verbundener gemeinsamer Aufstehzeit von 05:00 schafft man gleich noch ein bisschen mehr . . .

Wir lieben all unsere Beeren, Früchte. Wir kochen gerne ein und genießen genauso gern später. Und darauf freuen wir uns jetzt schon. Zwischendurch, wenn wir mal ein Päuschen machen. Ich jammere ja auch nicht. Nein, nein, nein.

Das Leben ist schön.

Eure Frau Spätlese

Unterzeichner nach Diktat verreist während des Dikats eingeschlafffffff cchhhhrrrr . . . .

*** Dem Inscheniör ist nix zu schwör ***

Ich bin (nur für den Fall, dass Sie das noch nicht wussten), ich bin also schlau. Ich habe ein Studium an einer Universität absolviert und darf mich mit Fug und Recht ‚Dipl.-Ing.‘ nennen. Und, wahrscheinlich haben Sie den Spruch alle schon einmal irgendwie mal gehört, einem Ingenieur ist nichts zu schwer und außerdem weiß dieser sowieso immer wo das steht, was er wissen muss.

Da ich also Ingenieur bin, setze ich auch bei mir ein Mindestmaß an Intelligenz und technischem Verständnis voraus. Sie können mir glauben – ich bin quasi der weibliche Bob der Baumeister. Jo – wir schaffen das! Ich fühle mich deshalb natürlich auch immer auf der sichereren Seite, wenn ich dem Hausherren anbiete, dass bei Bedarf auch ich ruhig mal einen Nagel in die Wand schlagen darf. Und nicht immer nur er. Das wird zwar von ihm immer dankend abgelehnt, weil er, wie er sagt, gern noch ein bisschen länger in diesem Häuschen wohnen möchte. Aber das ist eine andere Geschichte und ich schweife ab.

Zurück zu mir und meinem  technischen Verständnis. Es entwickelte sich vor langer Zeit so, dass bei uns im Bad auf meinen Wunsch hin dunkelgrüne Alu-Jalousien angebracht wurden. Es musste unbedingt unser Lieblingsgrün sein, weil es besser zur Badausstattung passte und eben unser Lieblingsgrün war. Allerdings hatte diese lieblingsdunkelgrüne Alujalousie den Nachteil, dass diese das Bad doch mächtig verdunkelte. Öffnen war auch nicht wirklich gewünscht, denn dann war es mit der Diskretion vorbei. Sie verstehen, was ich meine. Also war es dunkel im Bad. Sehr dunkel.

  
Bis mir das Schwesterherz ihre neuen tollen Plissees zeigte. Wunderbar freundlich und hell und bedienungsfreundlich – hoch und runter – und toll. Mein Entschluss war schnell gefasst. Ich wollte helle, freundliche Plissees für ein helles, freundliches Bad. Gesagt, getan. Zollstock in die Hand, das Angebot des Hausherren, ob er ausmessen soll, freundlich abgewinkt. Ich bin schließlich Ingenieur. Ein bisschen mehr Respekt den Fähigkeiten der Frau gegenüber, bitte. Der Bestellvorgang im Netz war auch super leicht und bedienerfreundlich und wenige Tage später hielt ich das gewünschte Plissee in der Hand. Da ich schließlich studiert habe, nahm ich mir das Teil, trug es hoch in’s Bad und packte es vorfreudig, vorsichtig aus.

Und hielt es an das Fenster.

Wtf.

Und hielt es noch mal ans Fenster.

Hey – die haben mir ein falsches Plissee geschickt! Völlig entrüstet stürmte ich ins Büro um auf dem Bestellzettel nachzulesen.

Blöderweise standen auf meinem Bestellzettel genau die Maße, welche auch auf der Rechnung standen und welche auch ganz offensichtlich dem gelieferten Teil passten.

Moooment. Das kann doch nicht sein! Ich erinnere mich ganz, ganz, ganz genau, dass ich sogar das Fenster GEÖFFNET habe, um den Zollstock besser anhalten zu können. WAS habe ich bitte GETAN? Der Hausherr gesellte sich zu mir und wir grübelten gemeinsam.

Hmmm.

Später saßen wir (ich deprimiert und der Hausherr belustigt) beim Kaffee und rätselten. Und rätselten. Und rätselten.

Wie blöd muss man sein, ganz ehrlich, bei einem Fenstermaß von 93 cm einfach mal als Bestellmaß 107 cm anzugeben? Wie blöd . . .

*

Na, kommt Ihr drauf?

*

Ich Esel, ich! (Hier Eure individuellen Lachanfälle einfügen, bitte.)

*

Am Ende soll aber alles gut werden. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende. Also nahm ich einen neuen Anlauf.

So einfach ist das. Ich verzichtete einfach eine Weile darauf, auf meinen Ingenieurstatus hinzuweisen, und traute mich einige Tage später doch wieder einen Zollstock in die Hand zu nehmen. Und diesmal eigentlich nur, um mich zu vergewissern, dass ich das letzte Mal doch gar nicht SO falsch gemessen hatte. Diesmal las ich die richtigen Werte ab, füllte erneut alle Bestellformulare aus und ließ wenige Tage später den Hausherren das Plissee mit den richtigen Maßen anbringen.

Jetzt habe ich zwar ein Plissee zum Preis von zweien, dafür aber ein wunderbar helles, freundliches Bad.

  
Und irgendwann darf ich auch wieder erzählen, dass ich Ingenieur und folglich schlau bin.

P.S. Sucht irgendjemand ein hellgrünes Plissee, so zufällig?

*** Ein Traum in Rosa ***

Schaaaaahhaaaattzz – 

tönt es aus den Tiefen unseres grün wuchernden Gärtchens. 

Ich strecke meinen Kopf, um den rufenden Hausherren ausfindig zu machen. Das gestaltet sich schwierig in diesem dschungelartigen Grün. Aber da sehe ich ihn kommen.

Freudig schwenkt er zwei kleine Yoghurteimer. 

Schaaaaahhaaaattzz – die Himbeeren sind reif! 

Oh!

Konzentriert taxiere ich die Eimerchen. Hmmm. Für Marmelade reicht es wohl noch nicht . . . 

Hmmmm.

Vielleicht Himbeerquark?

Nomnomnom.

Aber da ist der Hausherr schon bei mir, schaut mich strahlend an und sagt: ‘Himbeerbaisertorte. Ich wünsche mir eine Himbeerbaisertorte!’

Ich sehe förmlich, wie ihm das Wasser im Munde zusammenläuft.

Also Himbeerbaisertorte. Nun je. Gerne doch.

Zwei Stunden später steht das Kunstwerk in der Küche. Jetzt kommt der schwierigste Teil der ganzen Übung. Mehrere Stunden (am Besten über Nacht) des Festwerdens müssen abgewartet werden. Sehnsüchtig wartend sitzen wir vor dem Kühlschrank . . . 

Aber dann. 

  

Wir müssen wohl doch noch etwas dichter heran . . . 

  
Hey, wer von Euch hatte denn da ein Messer in der Hand?

  
Das glaube ich ja wohl nicht . . . 

  
Oups.  :-o

  
Jetzt aber schnell fertig werden mit tippeln, damit ich auch noch was abbekomme.

*** Was soll ich tun ***

Manchmal passiert das ja. Dass man gerade nur dekorativ in der Gegend herumsteht und nicht wirklich was wichtiges zu tun hat. Und dann fragt man sich ganz verzweifelt, was soll ich denn jetzt tun?

Nun, ich kann Euch trösten. Die Verzweiflung hat ein Ende. 

Die Lösung ist ganz einfach! 

Fahrt Kirschen pflücken!

  
Das haben nämlich wir gestern getan. Und außer langgeweilt dekorativ in der Gegend herumstehen hatten wir auch noch viele andere Gründe. 

Zum Beispiel essen wir sehr gern Kirschen. Und warum sollen wir spanische oder von sonstwoher transportierte Kirschen kaufen, wenn diese auf der Plantage um die Ecke frisch vom Baum zu pflücken sind? 

Da kann man sich nämlich die schönsten selber aussuchen. 

  
Und man kann auch naschen.

  

Und wenn Sie dann zu Hause sind, könnt Ihr immernoch und ganz viel naschen. (Ok – natürlich vorausgesetzt Euch ist nicht bereits übel und Euch machen eine geblähte Körpermitte mit gelegentlichem Druckausgleich nicht zu sehr zu schaffen.)

  
Ihr könnt natürlich auch 32 Gläser Kirschkompott einwecken. Aber das ist optional. Das muss keiner. Das muss man wollen.

  
Naaaa – Appetit bekommen? Dann mal nix wie los!

  
P.S. Wir haben übrigens in Badendiek bei Güstrow (Bölkower Straße 5 – Plantage Sternberg) die Sorte ‘Regina’ gepflückt. – Die Wucht in Tüten! Ich schwöre.

*** Das erklärt sich doch von selbst ***

Es ist ja nun nicht so, dass nur, weil ich nicht darüber rede, dieses Thema dieses Jahr weniger wichtig oder quasi nicht existent wäre. NATÜRLICH habe ich wieder meinen Spaß mit der diesjährigen Steuererklärung. Denn wenn ich Ihnen ein kleines Geheimnis verraten darf. In meinen Adern fließt Tinte und mein Herz schlägt rhythmisch im Takt der Tastatur in der Symphonie für Laserdrucker und Klammeraffen. Und nichts macht mich glücklicher als wilde Zahlenkolonnen zu bändigen und in Reih und Glied und Sinn und Ordnung zu zwingen. Ich traue sowieso nur meinen eigen Statistiken, weil, ach, Sie wissen schon.

Ich kann auch stolz vermelden, dass ich, ein wenig verspätet leider, einen Teil der Steuererklärung auch bereits einreichen konnte. Einsenden, übermitteln oder wie auch immer man diesen elektronischen Weg jetzt nennen mag.

Aber, nicht überall ist des Erfolges Glanz, wie soll ich bitte eine Steuer erklären, wenn mir vom Finanzamt nicht die erforderliche Software bereitgestellt wird.

elster

Ich beantragte deswegen amtsschimmelgetreu auch bereits Fristverlängerung – bedauerlicherweise auch etwas verspätet – und bekam auch schon – sehr zeitnah – eine Erinnerung an die Abgabe der Steuererklärung. Nun je. Das ist Geplänkel und wird sich erledigen.

Ein wenig mit Grausen erfüllt mich der Ausblick auf den dann folgenden Kampf, nämlich die Wohlgerundete Figur meiner Zahlen in das Korsett des Finanzamtes zu zwingen. Und wenn Sie ganz genau hinhören, werden Sie mich dann auch ganz leise wimmern hören, wenn ich meinen Kopf (vorsichtig) auf die Tischkante schlagen werde und dieses mit einem hingebungsvollen ‘mimimimimi’ untermale.

Aber ich denke, bis dahin habe ich noch etwas Zeit.

Und es gibt ja schließlich auch genug Zahlen, denen ich mich widmen kann.

Und los!

*** Die unmöglichen Kinobesucher ***

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in’s Kino und dann sitzen hinter Ihnen zwei so Kinovollhonks. Echte Idioten, die, anstatt in Ruhe den Film zu gucken, sich diesen erklären, kommentieren und bereden, als ob sie zu Hause im eigenen Wohnzimmer sitzen würden.

Furchtbar.

Grässlich.

Unerträglich.

Richtig schlimm.

Genau!

Und deshalb dauerte es auch nicht lange, bis sich die Dame vor uns empört umdrehte, und sichtlich genervt anfragte, ob wir denn jetzt endlich mal bitte RUHIG sein könnten.

Oups.

Entschuldigung.

*** Freitags Fisch? ***

Es hätte hier ja heute Fisch geben können. 

Aber der wurde leider gefressen.

Vom Tyranothauruth Reckth.

  
Ich lach’ mich immer noch tot.

Und kann deshalb gar nicht kochen.

Is’ ja wohl klar – oder?