*** Nur die Harten komm’ in Garten ***

Das Leben stellt einen ja vor die unterschiedlichsten Herausforderungen. Sei es, dass man morgens im Tiefschlaf und mit geschlossenen Augen den ersten Kaffee brühen muss, oder dass man die Steuererklärung pünktlich fertig bekommt, oder dass man diese blöde Kindersicherung von dem WC-Reiniger überwindet. 

Oder man muss die Welt retten. Mal wieder.

Manchmal kommt die Herausforderung auch aus einer komplett unerwarteten Richtung.  Zum Beispiel im Sinne einer Familienfeier. 

Nun habe ich im Grunde nichts gegen Familienfeiern. Es gibt schlimmeres. Und richtig schön sind Familienfeiern dann, wenn man im Sommer bei kuscheligen Temperaturen ganz entspannt draußen sitzen kann. 

Das findet die beste Mutter von allen auch. Allerdings ist noch kein Sommer. Und meine vermehrten, von zart bis nachdrücklich vorgebrachten Verweise auf die vorausgesagten Temperaturen von 13 (in Worten: dreizehn!) Grad und vielleicht muss auch kein Regen fallen – fielen auf keinerlei fruchtbaren Boden. 

Ich dachte mir, vielleicht bin nur ich blöd und schaue auf die falsche Wettervorhersage und checkte folglich noch zwei weitere. Aber immer mit dem selben Ergebnis: 

  
Und trotzdem, die Mutter blieb hart. Wir trinken DRAUSSEN Kaffee. Das fällt also eindeutig in die Kategorie ‘Mütter-wissen-mehr’. Das muss ich nicht verstehen. 
Jo.

Es gibt also dazu nur eines zu sagen. Auch diese Herausforderung des Lebens werden wir meistern. Und wenn Sie morgen zufällig durch unser beschauliches Mecklenburg fahren sollten und irgendwo im Garten eine nette, gemütliche Familienfeier sehen sollten – in hauchzarten, wunderschönen, filigranen Kleidchen auf blaugefrorener Haut – das sind wir!

Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, ich überlege nun, ob ich sämtliche Erkältungsmittelbestände der örtlichen Apotheke aufkaufe – oder aber die Skianzüge raussuche.

*** Wie’s so läuft . . . Fortsetzung ***

Also schleppte ich mich wohl oder übel in meinen Sportklamotten in die Küche. Dort roch es wenigstens schon nach Kaffee.

Geht doch.

Und als der Hausherr nach den Autoschlüsseln griff, kam die Zeit für meine Revanche. ‚Wieso Autoschlüssel – ich denke. Wir fahren mit dem Rad? Wir haben schließlich Mitte Mai? Und früh genug sind wir auch.‘

Der Blick war unbezahlbar. Tschacka. :-D

Also auf die Räder und 5 km eisigkalten Gegenwind veratmen. Bei der Ankunft sehen wir schon die zwei Autos stehen. Es sind also Angler da. Nun gut – da müssen jetzt alle durch. Das Fahrrad angeschnallt und wir laufen los.

In der ersten Runde wechseln freundliche Guten Morgengrüße zwischen dem Angler und mir.

In der zweiten Runde bestätigen wir uns, dass es aber auch wirklich scheixxxekalt ist. Wobei – mir eigentlich nicht.

In der dritten Runde fragt er entsetzt, wieviel Runden wir insgesamt laufen müssen. Na vier, keuche ich heraus.

In der vierten Runde interessiert ihn, ob wir irgendwo für trainieren. Nein, nur für uns selbst. Für seinen mitleidigen Blick bin ich schon zu weit weg.

Dann springen wir ins Wasser. Zum ausgiebig schwimmen ist es zu kalt. Aber wenigstens 2-3-Mal abtauchen zum Abkühlen, das geht. Ich ernte einen anerkennenden Blick vom Hausherren, der nicht geglaubt hatte, dass auch ich ins Wasser tauche. Wieder Taschacka.

Auf dem Rückweg halten wir kurz noch einmal beim Angler an – nein, er hat noch nichts gefangen – ja, er bleibt noch bis morgen früh – nein, wir kommen nicht noch einmal wieder. Und dann geht es wieder 5 km nach Haus.

Und ich fühle mich gut.

*** Wie’s so läuft ***

Unter der Woche klingelt der Wecker 06:30 Uhr. Das ist purer Luxus, seit das Kind nicht mehr hier am Ort in die Schule geht. Trotzdem verhandele ich jeden Morgen mit dem Wecker. Oh bitte, nur noch 5 Minuten. Das passt schon. Nur noch 3 Minuten, oh bitte, bitte, bitte . . . 

Nun gut, der Wecker gewinnt. Immer.

Jetzt könnte man am Wochenende ja mal ausschlafen. So richtig. Also bis 07:30 Uhr. Vielleicht aber auch noch länger. So bis 8. Denn spätestens dann schmeißt einen das schlechte Gewissen ohnehin aus dem Bett. 

Ich freute mich also am letzten Samstag darüber, dass Samstag ist. Super. Endlich mal kein Weckerklingeln. Endlich mal nicht halb sieben aufstehen müssen. Nun hatte ich mich zwar mit dem Hausherren zum Joggen verabredet, aber auch dafür muss man ja nicht schon um halb sieben . . . 

Ich wachte also ganz entspannt auf, dehnte und streckte mich, kuschelte mich wieder ein und schlief weiter.

Perfekt.

Dann wachte ich wieder auf und dehnte und streckte mich und überlegte, ob es sich schon lohnt, auf den Wecker zu gucken. Denn einerseits will frau ja nicht zu spät aufstehen, aber andererseits will frau ja auch nicht durch unnötige Bewegungen schlafende Geister wecken.

Ich ringe also mit mir. Kann ich es wagen, mich zu bewegen und auf den Wecker zu schauen oder lasse ich es lieber bleiben. Kann ich oder sollte ich besser nicht. Ja oder nein?

Ich entscheide mich für einen Kompromiss. Ich werde mich so umdrehen, dass ich während der Bewegung aus dem Augenwinkel einen Blick auf den Wecker erhaschen kann. 

Super Idee!

Ich bereite also alle erforderlichen Muskelgruppen vor um ein schlafähnliches Wendemanöver vorzutäuschen. Und los . . . 

Oh Gott, es ist erst 06:10 Uhr. Schnell wieder die Augen zu und ab in den Tiefschlaf!

Ich habe den Gedanken noch nicht ganz fertig, da liegt der Hausherr auf mir und meinem kuscheligen Bettdeck, startet eine Kitzelsttacke und sagt: ‘Du hast auf den Wecker geguckt, wir können auf stehen!’

Spricht’s und ist schon aus dem Bettt, aus dem Schlafzimmer und in den Sportklamotten . . . 

Ach ja.

*** Rehabilitiert ***

Uff! 

  

*** 12 von 12 im Mai 2015 ***

Ich habe schon die Brötchen fertig gebacken und den Kaffee zur Hälfte aus, da fällt mir ein, dass heute der 12. ist. Ohje – aber schnell her mit der Kamera. 

  

Dann Hühner füttern . . . 

  

. . . Gänsehandtücher in die Waschmaschine . . . 

 

. . . und dann Frühstück! (Symbolbild.)

 

Jetzt darf ich endlich, endlich, endlich in mein Büro. 

  

Und hier bleibe ich auch! 

  

Ich bleibe sogar noch etwas länger:

  

Aber dann gibt es ein Gewitter. Und bei Gewitter geht der Rechner aus. Außerdem brauchen die Hühnerküken Trost:

  

Kaum bin ich wieder in der Küche, lächelt mich der Geschirrspüler freundlich an. 

  

Anschließend unternehmen wir gemeinsam etwas gegen den Abendbrothunger. 

  

Dann bringen wir die Hühnerküken in den Stall. Die Gans darf zu uns ins Haus – auf ihr Handtuch. :-)

  

Und jetzt wird gebügelt.  Denn Dienstag ist Bügeltag. Das ist eine grundlegende Regel in meinem Haushalt. Und wenn die nicht mehr gilt, können wir ja gleich die Anarchie ausrufen.

Aber wer will schon Bügelbilder sehen. 

Viel spannender ist da die Frage, ob wir da nicht noch Eis im Tiefkühlfach …

  

Welch ein Glück. Wir hatten noch!

Und ob andere Leute auch so viel Glück hatten heute, könnt Ihr bei Caro sehen. 

Einen schönen Restabend Euch allen. 

*** O. W. oder oh weh . . . ***

    

*** Das Winnie-Pooh-Syndrom ***

Dass die kleinen Kalorientierchen über Nacht die Kleidung enger nähen, weiß ja jeder. 

Da kann ich ja mittlerweile auch mit um. Ist ja auch schließlich irgendwie meine Schuld. 

Aber was wirklich bekloppt ist, dass die Teile auch in der Länge einschrumpfen. Nicht, dass ich wachse. Nein, T-Shirts & Co werden einfach kürzer. Mit jedem Waschgang ein winzig kleines Stückchen. 

Oberteile, welche ich mir früher kaufte, damit diese elegant bis über den Jeansbund kaschieren – rutschen heute immer wieder darüber hinweg. Da wird nix mehr versteckt – da wird stolz präsentiert. 

Und im Zusammenhang mit dieser blöden Mode der tief sitzenden Jeansbunde – fühle ich mich schlicht und ergreifend wie Winnie Pooh. 

  

Bild gefunden bei: http://disney.wikia.com/wiki/Winnie_the_Pooh

Ich möchte das bitte nicht.