*** Freitags Fisch? ***

Es hätte hier ja heute Fisch geben können. 

Aber der wurde leider gefressen.

Vom Tyranothauruth Reckth.

  
Ich lach’ mich immer noch tot.

Und kann deshalb gar nicht kochen.

Is’ ja wohl klar – oder?

*** Freitagstexter – Siegerehrung ***

Nun, ich bitte etwas um Entschuldigung, dass es heute so spät geworden ist. Aber das liegt daran, dass ich mich partout überhaupt gar nicht entscheiden konnte. Und weil ich mich immer noch nicht entscheiden kann, gibt es heute zwei Sieger, als da wären . . .

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. . . ne, ne, ne! Vergeßt es. So einfach kommt Ihr mir nicht davon. Wir machen das schon ordentlich.

Also von vorn.

Nachdem es mir gelungen ist, etwas Ordnung in das Gegacker im Hühnerstall zu bringen und den Freitagstexterpokal von Stroh, Federn und Staub zu befreien und wieder auf Hochglanz zu polieren, muss ich Euch zu allererst für Eure überraschend rege Teilnahme danken. Ihr seid so toll.

Deshalb jetzt an dieser Stelle schon mal der Applaus für Euch alle. Danke schön.

Applaus

Applaus

Zum Ende und nach rupfen aller Hühner blieben 5 Kandidaten im Rennen, von denen ich mich beim besten Willen nicht trennen konnte.

Platz 5 vergebe ich an la-mamma welche die Herausforderungen der Produktivitätssteigerungen bei den Hühnerdamen äußerst elegant lösen wollte mit: “so ihr lieben hennen, karpfin kuna führt euch ab heute in die masseneierproduktion ein!”

Platz 4 geht an NeonWilderness für seinen tolles Verständnis für die Cleverness von Frettchen: “Frettchen Hektor freute sich diebisch: seit er Paul Hühnerfelds “Der Kampf um Troja” gelesen hatte, fielen die Chicks reihenweise auf seinen Trojaner-Fisch-Trick herein.”

Damit kommen wir nun zu den metallenen Legenestern Plätzen.

Platz 3 erkämpfte sich Hubbie mit “Henriette Suffragette und ihr Neuer”. Leider kann ich in meinem Hühnerstall keinerlei Frauenbewegung dulden. Sonst verweigern die Damen noch die Legeleistung und wo kommen wir denn da hin, wenn hier jeder macht, was er will. Es reicht, wenn hier ich diejenige bin, die das Sagen hat.

Platz 2 und zwar nur ganz kanpp Platz 2 (und gegen den Willen des Hausherren, der sah hier eindeutig Platz 1 – aber ich wäre nicht seine Frau, wenn ich ihm nicht PROMPT widersprochen hätte – nicht umsonst sind wir schon seit Äonen verheiratet – aber das nur am Rande). Also Platz 2 vergebe hiermit ICH an den Wortmischer, der Kenntnisse in der Hühnerernährung bewies und diese mit der Bequemlichkeit der Fütterer kombinierte und somit mit “Früher gab’s hier für uns fertiges Fischmehl zu fressen. Müssen wir den Schuppenheini jetzt womöglich selbst häckseln?” ganz dicht dran war. Ganz dicht. In echt. Als Trost habe ich den Hühnern gleich einen echten Fisch und zwar einen 70 cm langen 10 kg schweren Karpfen *(1) natürlich im Stück gekocht hingeworfen und sie somit besänftigt.

Aber jetzt.

Jetzt endlich Platz 1. Der güldene. Der Platz, zu welchem der Pokal gehört, und zwar dieser hier:

freitagstexterpokal

 Ich reiche hiermit den Pokal an shhhhh, welches mein Herz mit der folgenden, absolut brandaktuellen Feststellung “Bauer Heinrich hat keine Wahl, weil niemand mehr in der Landwirtschaft arbeiten will, muss er halt sehen, wie er die freien Stellen neu besetzt.” im Sturm erobert hat. So isses! So isses!

Huch, hier ist ja doch noch eine Feder am Pokal. Schnell noch mal wienern und schon ist der Pokal aus der Tür, aus dem Ort, außer Sicht.

Wir treffen uns also am kommenden Freitag hier.

 

P.S.

*(1) Anglerlatein, das – mehrfache Übersetzung in das Hochdeutsche möglich, hier: Plötz, 30 cm, 500 g

 

*** Experiment Inklusion – eine Abrechnung ***

Es dauert jetzt nur noch wenige Wochen und unser Sohn wird das Zeugnis in der Hand halten, mit welchem er die Schule verlässt. Dieses Zeugnis, welches ein Urteil aus 10 Zahlen fällt über unseren Sohn. Dieses Zeugnis, welches er sein Leben lang irgendwo vorlegen muss.

Denn dieses wird sein letztes Zeugnis sein und 10 Jahre Schule liegen hinter ihm, hinter uns.

Aber gehen wir ein Stück zurück.

Als unser Sohn 13 Wochen zu früh geboren wurde war er keine 40 cm groß und wog weniger als eine Tüte Mehl. Ein winziges Bündel aus Fleisch und Knochen. So sehr auch Ärzte und wir und natürlich auch er um sein Leben kämpften, es ging einiges schief. Anderes gelang. Manches mussten wir verhindern und uns mit der ganzen Kraft unserer Elternschaft gegen die Meinung der Ärzte stemmen. Aber darum soll es hier nicht gehen.

Unser Sohn hat aufgrund seiner Frühgeborenenretinopathie nun ein so geringes Restsehvermögen, dass er vor dem Gesetz als blind gilt. Bis zur Schule bekam er Frühförderung bzw. dann einen integrativen Kindergartenplatz.

Dann sollte er eingeschult werden und der Spaß begann.

Ich kann und will hier nicht auf die Einzelheiten eingehen, mit denen wir (und unser Sohn) in den letzten 10 Jahren zu kämpfen hatten, das würde hier den Rahmen sprengen. Jedenfalls wurde unser Sohn von der ersten bis zur sechsten Klasse hier am Ort integrativ beschult – davon 4 Jahre an der Grundschule und dann zwei Jahre an der Regionalen Schule in der Orientierungsstufe. Zur siebten Klasse wechselte unser Sohn auf eine Blindenschule mit Internatsunterbringung. Dort verbrachte er die letzten vier Jahre.

Um es so kurz wie möglich zu machen. Dank des Engagements der Grundschullehrer und der tollen Zusammenarbeit mit ihnen war die Grundschule ein Erfolg. Die bewilligte Beratung durch die Landesblindenschule haben wir relativ schnell abgelehnt und uns sogar ganz offiziell verbeten, denn diese verfolgte ganz offensichtlich das Ziel, den Grundschullehrern klar zu machen, dass sie es ohnehin nicht schaffen würden und dass es sogar besser wäre, das Kind direkt an der Landesblindenschule zu unterrichten. Aber wir haben es hier am Ort geschafft – so habe ich zum Beispiel während der gesamten Grundschulzeit unseres Sohnes sämtliche Hefte in der für ihn erforderlichen Linienstärke und Zeilengröße selbst ausgedruckt und für ihn gebunden.

In der 5. und 6. Klasse – der Orientierungsstufe – wurde es schwieriger. Hier konnte die Klassenstärke nicht so klein gehalten werden wie an der Grundschule und es gab (natürlich fächerbedingt) häufigere Raumwechsel. Diese stellen für einen kleinen, schmächtigen Jungen eine kaum zu überwindende Hürde da. Denn schließlich müssen neben Ranzen und Sporttasche auch Bildschirmlesegerät und Laptop getragen werden. Wie durch ein Wunder gelang es uns, eine junge freundliche Frau ausfindig zu machen, die bereit war, für unseren Sohn als Integrationshelferin zu arbeiten. D.h. sie trug die schweren Sachen von einem Raum zum anderen, saß in einigen besonders anspruchsvollen Unterrichtsstunden neben unserem Sohn uns half ihm, den Unterricht mit zu erfassen. Außerdem sprach sie sich mit den Lehrern ab, um Unterrichtsmaterialien in größerer Schrift und klar strukturierten Darstellungen zu erstellen. In diesen zwei Jahren wurde uns deutlich, dass es in den weiteren Schuljahren sehr schwer werden würde, unser Sohn integrativ zu beschulen. Fächeranzahl und Stoffvolumen würden immer mehr werden, die Klassen immer größer. Ein kaum zu bewältigendes Arbeitsvolumen um all den Unterrichtsstoff sehbehindertengerecht auf- und vorzubereiten. Ohne diese persönliche Integrationshelferin wäre eine Teilnahme am normalen Unterricht dort schon nicht mehr möglich gewesen. Denn schon während der Orientierungsstufe fiel uns auf, dass es den Lehrern schwerfiel, zwischen all den (halbwegs) selbständigen Schülern und unserem hilfebedürftigen Sohn zu differenzieren. Die Ausnahme Sehbehinderung passte nicht ins lang bewährte und eingeschliffene Unterrichtskonzept.

Deshalb gaben wir unseren Sohn mit Beginn der 7. Klasse schweren Herzens in ein Internat an eine Landesblindenschule. Unsere Hoffnung war, dass es ihm in kleineren Klassenverbünden mit Speziallehrern und von vornherein vorhandener sehbehindertengerechter Unterrichtsausstattung leichter fallen würde. Er würde nicht mehr der Sonderling sein. Er wäre gleichberechtigter.

Nun liegen auch diese vier Jahre hinter uns. Und selten habe ich mehr den Kopf geschüttelt und mich gefragt ‚wtf – geht’s noch?‘. Wenn zum Beispiel Anfang der 7. Klasse die Lehrer dort tatsächlich die Meinung vertraten, es wäre ihnen nicht zuzumuten, am Ende der Stunde zu kontrollieren, ob tatsächlich alle Schüler die Hausaufgaben in ihre Hefte notiert hätten. Dafür wäre die Belastung der Lehrer schon zu groß – den Stress könnten sie nun auch nicht noch haben. (Nur ganz kurz zur Info, zu diesem Zeitpunkt gab es in der Klasse 8 Schüler. Ich wiederhole: 8. In Worten: acht!) Ich habe selten so schlampig vorbereitete und schlecht kopierte Unterrichtsmaterialien gesehen wie in den letzten 4 Jahren dort von dieser Schule. Natürlich auch sehr gute. Natürlich gibt es nicht immer nur ein Extrem. Es gibt auch dort Lehrer, die ihre Freude an ihrer Arbeit haben und die Herausforderung behinderte Kinder zu unterrichten gern annehmen. Aber eben leider nicht nur.

Und so ist mein Fazit, nach 10 Jahren Schulbegleitung für den Kronsohn mal mit und mal ohne Inklusion: Es kann gehen, aber es muss nicht. Und ganz wichtig: es muss auch immer eine Einzelfallentscheidung von Eltern und Kindern bleiben dürfen. Solange es eine finanziell getragene Entscheidung der Schulbehörde ist – kann es nur schief gehen. Denn wenn Inklusion gewünscht ist – und wer möchte nicht sein Kind inmitten anderer Kinder am Heimatort aufwachsen sehen – dann müssen die Lehrer vor Ort aktiv unterstützt werden. Mit Geld, mit Material, mit Unterstützung und mit Beratung. Einfach ein förderbedürftiges Kind in eine Klasse mit 25 Kindern werfen und erwarten, dass der Lehrer das irgendwie schon auch noch hinbiegt, wird nicht funktionieren und geht immer zu Lasten des Kindes. Sicherlich gibt es kluge und selbstbewusste, starke Kinder, die diese Herausforderung gern annehmen und sie meistern. Aber ich persönlich glaube, dass ein großer Teil dieser Kinder zusätzlichen Schutzraum brauchen. Allein, weil sie vielleicht wegen ihrer Einschränkungen immer die schlechteren sein werden Weil sie nie gewinnen können werden. Weil sie keine Chance auf einen fairen Wettkampf haben. Und das zermürbt.

Und wenn dann diese Kinder in einem solchen Schutzraum, an einer Spezialschule sind, dann brauchen auch dort die Lehrer Geld, Material und Unterstützung – für all die zusätzliche Vorbereitung und Aufarbeitung der Unterlagen. Dann braucht es speziell ausgebildete Lehrer, die auch psychologisch mit diesen speziellen Kindern gut umgehen können und es braucht dort ganz bestimmt keine Gymnasiallehrerin, die mal eben (warum auch immer) dort gelandet ist und mit den beeinträchtigten, schwerfällig denkenden natürlich Motivationsprobleme hat. Und das ist leider keine Theorie.

Also, solange niemand bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen, um denen die mehr Hilfe und Unterstützung brauchen auch eben dieses mehr an Unterstützung und Hilfe zu geben – solange ist Inklusion nur eine Worthülse. Eine Verschleierung der Tatsache, dass wir eigentlich nur das Geld für die Spezialschulen sparen und den zusätzlichen Aufwand den vorhandenen Lehrern aufdrücken wollen.

Inklusion? Ich glaube nicht daran.

Und was mache ich jetzt mit dem Zeugnis, welches der Kronsohn bald nach Hause bringen wird? Welches ihm schon jetzt schwer im Magen liegt?

Vielleicht schreibe ich ihm einfach ein eigenes Zeugnis. Mit lauter Sachen, die so in keinem Zeugnis stehen. Und die ihm aber trotzdem zeigen, was er für ein feiner Kerl ist.

Unser großer Sohn.

*** Freitagstexter 26. KW 2015 ***

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 Mit quietschenden Bremsen in einer haarnadelscharfen Linkskurve fegte hier letzten Mittwoch der Freitagstexter auf den Hof. Danke dafür an das Bee welches dem vollgetankten Motorrad Auto Fahrzeug meine Adresse in die Navigation pflegte.

Leider vergaß der Fahrer in seiner männlichen Imponiergeste rechtzeitig Gas wegzunehmen und aufgrund seiner merkwürdigen Sitz- Knie- Hängeposition erreichte er die Bremse nicht rechtzeitig und landete deswegen mit quasi fast noch Vollgas im Hühnerstall.

*hier die typische Filmszene mit einer sanft herabgleitenden Hühnerfeder einfügen*

Nun, mit männlichem Imponiergehabe kann ich hier um, davon konnte ich ja schließlich auch das Bee überzeugen, und deshalb werde ich jetzt ersteinmal den Schaden dort begutachten und alles wieder auf Vorderrad Vordermann bringen.

Bis dahin dürft Ihr Euch an diesem Bild versuchen. Gebt alles. Textet, reimt, dichtet, komponiert – was auch immer. Her damit. Alles, was es an Regeln gibt, hat freundlicherweise der Wortmischer für uns Freitagstexter zusammengefasst. Ein großes Dankeschön dafür.

Bis Dienstag, den 30. Juni 2015 um 23:59 Uhr seid jetzt Ihr in der Pflicht, danach darf ich wieder.

  

Und los!

 

 

 

*** Holunderblütenmittwochsbrötchen ***

Um es vorneweg zu nehmen. Dieser Artikel ist eigentlich zwei Artikel in einem.

Zum einen ist er nämlich meine jährliche dankbare Verneigung in Richtung Fräulein Erpaufee, auf deren Holunderbrot ich auf keinen Fall jemals wieder verzichten möchte, und zum anderen ist es ein Artikel über Sonntagsbrötchen. Oder in diesem Fall Mittwochsbrötchen. Oder nennen Sie sie wie Sie wollen. 

Wir haben in diesem Hause nämlich eines der im Netz frei herumlaufenden Sonntagsbrötchenrezepte individuell adaptiert. Dass heißt: wir haben den Aufwand weitestgehend minimiert. (Noch weniger Aufwand würde heißen, Brötchen kaufen. Da damit einher aber bedauerlicherweise ein maximaler Geschmacksverlust geht, ist dieses nicht akzeptabel.)

Bleibt also nur selbermachen.

Zu diesem Zweck rühren wir am Abend vorher (also Dienstag Abend – logisch) ersteinmal alle trockenen Zutaten zusammen, als da wären:

500 g Mehl (Weizenmehl Typ 550)

2 TL Salz

Brotgewürz nach Geschmack oder auch nicht! (Hier streiten sich die Liebhaber.)

Und nun kommt wieder Fräulein Erpaufee ins Spiel: 

Jetzt also noch 5-6 Holunderblütendolden fein abzupfen und schön unter die trockenen Zutaten mischen.

Dann 2 EL Olivenöl (oder so, Menge ist geschätzt, ich schlackere so aus dem Handgelenk eine Wohlfühlmenge)

1 EL Apfelessig dazu. (Achtung: hier NICHT schlackern!)

In ca. 300 ml Wasser verrühren Sie bitte 20 g Hefe.

Und jetzt hauen Sie mich bitte nicht wegen der Wassermengenangabe. Denn beim Brot- und Brötchenbacken ist nichts so individuell und jedes Mal unterschiedlich wie die Wassermenge. 

Ich gebe deshalb zu Anfang immer nur 250 ml Wasser-Hefe-Gemisch dazu und ergänze dann nach Bedarf. Und diesen Bedarf kann man schwer erklären. Den muss man FÜHLEN. Damit sind zwar alle Backvollhonks raus, aber – es tut mir außerordentlich leid für Euch – es gibt bestimmt noch viele andere schöne Sachen, die Ihr machen könnt. Küche aufräumen zum Beispiel.

So, für alle anderen noch einmal zurück zur Teigkonsistenz. Der Teig sollte sich beim Kneten vom Schüsselrand lösen. Er sollte nicht zu fest (trocken) sein – denkt daran, Hefe ist ein Lebewesen. Er sollte natürlich auch nicht zu weich sein und quasi auseinanderfließen. Schließlich muss er noch formbar sein. (Sollte doch mal zu viel Wasser im Teig gelandet sein – kleine Korrekturen dieser Art mache ich gern mit Gries.)

Wenn sich also der Teig unter Euren Händen perfekt und glücklich (!) anfühlt, dann werden daraus 10 bis 12 (nach Belieben) Brötchen geformt und auf eine mit Backpapier ausgelegte Backform platziert. Dann eine große Tüte darum – damit nichts austrocknet – und ab damit in den Kühlschrank.

Apropos Brötchen formen. Einfach nur Bälle kneten reicht hier nicht, dann haben die Dinger keine Oberflächenspannung und gehen nicht schön hoch auf, sondern laufen auseinander und Sie haben morgens Flädchen statt Brötchen. Das Zauberwort heißt hier: Brötchen schleifen! Googeln Sie das bitte. 

(O.k. Schwesterherz dekoriert außerdem auch noch ganz liebevoll mit allerlei Körnern -Sesam, Sonnenblume, Kürbis, Mohn – nachdem sie die Teiglinge mit etwas Wasser eingesprüht hat – dann haftet das Zeug besser. Ach, und es können ruhig genug Körner daneben fallen, das sammeln die Brötchen beim Aufgehen mit auf und man hat praktischerweise auch ein paar Körner an der Seite. )

Aber wie gesagt, ich habe den Aufwand an dieser Stelle etwas reduziert – schließlich sprechen wir hier von Mittwochsbrötchen.

Wir stellen also eingetütete Teiglinge in den Kühlschrank.

Das könnte zum Beispiel so aussehen:

  
Oder zum Beispiel so: 

  
Jetzt haben Sie Pause. 

Bis morgen früh! 

Am Mittwoch Morgen  gucken Sie gleich nach dem Aufwachen (gerne auch noch im Schlafanzug oder ganz ohne – ist mir doch egal) in den Kühlschrank und im Falle von Schwesterherzdekobrötchen sehen Ihre aufgegangenen Teiglinge zum Beispiel so aus:

  

Diese stellen Sie jetzt in den KALTEN Backofen, stellen die Backtemperatur auf 190 Grad Celsius Umluft und starten den Backvorgang. 

Während der folgenden 40 Minuten können Sie nun ganz erwartungsvoll und spannungsgeladen vor’m Backofen sitzen und sich das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. 

Aber wahrscheinlich haben Sie genug anderes zu tun. Anziehen zum Beispiel. Oder Tisch decken, Kaffee und Eier kochen. Was auch immer. Wir erinnern uns, es ist ja schließlich Mittwoch morgen. Tun Sie also das, was Sie immer Mittwoch morgens tun. 

40 Minuten später sollten Ihre Brötchen zum Beispiel so aussehen: 

  

Oder zum Beispiel so:

  
Oder wie der Name sagt, im Fall von Holunderblütenmittwochsbrötchen eben so:

  
Guten Appetit – entschuldigt mich bitte, ich muss jetzt frühstücken. 

Kann mir mal bitte jemand die Butter rüberreichen – danke.

 

 

*** Hochsicherheitstrakt ***

Für den Fall, dass es Sie interessiert, kann ich Ihnen heute nach vielen Jahren intensiver Forschung und vielfältigen praktischen Übungen mitteilen, dass ich festgestellt habe, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, einen Hühnerhof ausbruchsicher zu gestalten.

Punkt.

Es wird Ihnen lediglich gelingen, den Hühnerhof einbruchsicher zu gestalten. D.h. jedes ausgebrochene Huhn wird niemals wieder genau das Loch finden durch welches es den Hühnerhof verlassen hat. Es wird also für immer außerhalb bleiben müssen oder aber sie finden es rechtzeitig außerhalb ihres Grundstück auf dem Parkplatz, im Gemüsegarten beim Nachbarn oder wohin auch immer dieses Mistvieh ausgerissen ist.

*** Freitags: Fisch! ***