*** Egon, wir brauchen einen Plan! ***

Heute ist also der Tag, an welchem die Hühner gelernt haben, dass das Tor zum Hühnerhof für sie keine Hürde darstellt. Es kann nämlich problemlos überflogen werden.

Das stellte die Frau fest, als sie das braune Kuschelhuhn und Tupfenlola in den Johannisbeerbüschen einfing und auf den Hühnerhof bugsierte.

Das stellte der Hausherr fest, als er den Hahn, das weiße Althuhn und das braune Kuschelhuhn aus der Hecke fischte und auf den Hühnerhof bugsierte.

Maßnahme der Stunde war also, das Eingangstor um eine Kükendrahthöhe zu verstärken. Den winzig kleinen Moment, den der Hausherr brauchte, um den Kükendraht aus dem Keller zu holen, nutzten Tupfenlola, der Hahn, das braune Kuschelhuhn und das weiße Althuhn um erneut das Weite zu suchen. Glücklicherweise ist der Schradder unter den Johannisbeerbüschen interessant genug um die Hühner in der Nähe zu halten.

Und noch während wir den Kükendrahlt installierten und die Fluchtmöglichkeit somit erheblich verringerten, inspizierte Tupfenlola eindeutig und nachdenklich den restlichen Zaun um das Hühnergelände.

Man konnte fast sehen, welche Gedanken ihr durch ihren Hühnerkopf gingen: ‚Mist! Alles so hoch! Da kommen wir nie darüber. Egon, wir brauchen einen Plan.‘

*** Spannung pur ***

Wenn der Hausherr ein bisschen Aufregung und Spannung in seinem Leben benötigt, dann schickt er ganz gern mal sein Eheweib in den Baumarkt seines Vertrauens, um neue Trennscheiben zu kaufen.

Dann hat er, bis zur Rückkehr der sehr bemühten Ehefrau, anständig Zeit zu hoffen, zu bangen und zu zweifeln.

Das Leben kann sooo aufregend sein!

*** Vorschau ***

Ich muss etwas beichten. Ich habe etwas Unverzeihliches getan. Ich habe etwas getan, wofür ich früher sogar meine Mutter gerügt habe.

Schlimm schlimm schlimm!

Ich konnte es früher ™ nämlich überhaupt gar nicht nachvollziehen (und deswegen auch auf gar keinen Fall tolerieren) wenn man beim Lesen eines Buches der Spannung wegen einfach zwischendurch schon mal auf die letzte Seite luschert.

Hey – das – geht – nicht! Niemals nicht. Da hat man sich ordnungsgemäß hinzulesen. Dafür ist so ein spannendes Buch ja auch schließlich da.

Echt jetzt.

Ich brauchte so etwas nicht.

Und jetzt das.

Jetzt habe ich es selbst getan.

Ich hätte nämlich beim ‚Marsianer‘ auf Seite 399 auf einmal überhaupt gar nicht weiterlesen können, wenn ich nicht vorher schon mal auf Seite 509 gelinst hätte.

Schwör!

Seufz.

*** Katzeklo ***

Wir sind hier ja, das ist vielleicht schon aufgefallen, ein katzenloser Haushalt. Wir haben Hühner, Enten, Gänse und jeder außerdem seinen persönlichen Vogel.

Aber eben keine Felltiere.

Wenn es nach dem Hausherren geht, hätte er sehr gern eine Katze.

Wenn es nach mir geht, hätte ich sehr gern mindestens zwei Katzen.

Wenn es nach meiner Allergie geht, muss ich hier ausziehen, sobald hier eine Katze einzieht. Soweit das Dilemma.

Wir haben also keine Katzen.

Das heißt meistens. Also überwiegend.

Manchmal haben wir doch welche, und zwar zu Besuch. Wenn sich nämlich Nachbars Katzen für unsere gefiederten Mitbewohner interessieren oder einfach mal nur auf der Suche nach ein bisschen Abwechslung für ihr Katzenklo sind.

Meistens, also überwiegend, finden wir diese Art Präsente rechtzeitig, bevor die nichtsehende Fraktion dieses Haushaltes darüber latscht.

Aber eben nicht immer.

Nun, und deswegen haben wir jetzt zur Abwechslung mal einen ganz besonderen Duft im Haus und ich bin dabei, meine alten Deoreserven an unserer Fußmatte aufzubrauchen.

Ich wette, nicht viele Familien haben so herrlich duftende Fußmatten wie wir.

Seufz.

*** Gesunde Ernährung ***

Der Hausherr achtet ja ganz bewusst und konsequent darauf, dass es mir gut geht. Also, dass ich mich gesund ernähre. Und Sport treibe. So sorgt er immer dafür, dass ich mich an Salat und Gemüse satt esse und nicht auf die Idee komme, eventuell süßfettige Junkfood zu essen. Oder eventuell Industriesüßigkeiten. Das ist ganz schön anstrengend, denn ab und an eine schöne Bratwurst oder ein Burger oder eine leckere Schokolade kann man ja wohl locker vertragen. Die muss ich also immer heimlich essen.

Ich räche mich im Gegenzug damit, dass ich seine Kuchen grundsätzlich nur mit Dinkelmehl backe. Vollkorn natürlich.

Ihr seht, wir harmonieren hier perfekt.

Nun haben wir aber beide ein Rezept gefunden, dass uns beiden gleichermaßen viel Spaß macht. Ich esse nämlich für mein Leben gern Kräuterquark auf’s Brot und der Hausherr mag Rettich. Bei einem unserer Einkäufe in der Ostseemühle fanden wir ein Rezept, dass diese beiden Zutaten kombiniert. Und zwar so derart lecker! Und das auch noch auf Dinkelvollkornbrot! Und das auch noch mit Leinöl! Und Knoblauch!

Da dachte ich mir, ich könnte Euch das ja einfach mal mitteilen, vielleicht macht Euch das Rezept genauso Spaß wie uns.

Also ran an das Vergnügen:

Leinziki

Man braucht dazu:

500 g Joghurt

250 g Magerquark

1 kleinen schwarzen Rettich

2 Knoblauchzehen

5 Esslöffel Leinöl

Natursalz

Quark und Joghurt vermischen. Den Rettich fein raspeln und mit den ausgepressten Knoblauchzehen dazugeben. Mit Salz abschmecken. Pfeffer und Zitronensaft kann den Geschmack abrunden. Das Leinöl erst kurz vor dem Verzehr unterrühren, damit es nicht soviel Sauerstoff bekommt. Leinziki schmeckt sehr gut auf Vollkornbrot.

*** Figurtipp ***

Milchreis legt sich nicht auf die Hüften, wenn man diesen aus etwas älterer Milch bereitet, so dass diese gegen Ende des Garvorganges gerinnt und man folgerichtig das Zeug auf dem Kompost entsorgt. 

Orrrr.

*** Abgelenkt ***

Es ist derzeit etwas schwieriger hier, sich auf kreative Ideen für diesen Blog zu konzentrieren.

Aus dem ganz einfachen Grund, weil ich derzeit absolut fasziniert bin, von den kreativen Ideen anderer Leute.

Und so hüpfe ich in meinen Pausen von einem Animationsvideo zum nächsten.

Es gibt so Schöne!

Aber ich gehe davon aus, dass auch das nur eine Phase ist.

Und damit Ihr eine Ahnung bekommt, was mich zur Zeit fesselt. Dieses hier zum Beispiel: